VL Französische Literatur- und Kulturwissenschaft

TU Dresden | Wintersemester 2017 / 2018 VL Französische Literatur- und Kulturwissenschaft

WiSe 17/18: Eine Geschichte der literarischen Utopie in Frankreich von Louis-Sébastien Mercier bis Michel Houellebecq

Dr. Matthias Hausmann

Mi (3), SCH/A316

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Kommentar:

[offen für studium generale]

Die Sehnsucht nach einer besseren Welt, einer gerechteren Gesellschaft und einem glücklicheren Leben scheint eine Gundkonstante des menschlichen Denkens zu sein. Im Bereich der Literatur findet diese Sehnsucht ihren deutlichsten Niederschlag in der Gattung der Utopie, in der seit der Antike bestimmte Gesellschaftsmodelle propagiert und andere verworfen werden.

Französische Autoren prägen die Gattungsgeschichte wesentlich, indem etwa Louis-Sébastien Mercier in L’An 2440 (1771) die perfekte Gesellschaft erstmals nicht mehr örtlich, sondern zeitlich situiert oder Émile Souvestre mit Le monde tel qu’il sera in der Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Punkten die Anti-Utopien des 20. Jahrhunderts vorwegnimmt. Die Vorlesung möchte nach einer allgemeinen Einführung in die Gattung und ihre Geschichte französische Utopien und Anti-Utopien seit Merciers epochemachendem Werk vorstellen und in einer stark komparatistisch angelegten Perspektive wichtige inhaltliche wie strukturelle Merkmale herausarbeiten und in Beziehung zu Texten anderer Sprachräume und dem jeweiligen historischen Kontext setzen. Der Endpunkt der Werkreihe wird durch die zeitgenössische Literatur und namentlich Romane von Michel Houellebecq markiert, die der Gattung neue Aufmerksamkeit verschafft haben.

Gasthörer ohne Absicht, ECTS-Punkte zu erwerben, und Interessenten an der (französischen) utopischen Literatur aus anderen Fachbereichen sind herzlich willkommen!

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