TU Dresden | Sommersemester 2019 Sprachliche Gewalt

Sprachliche Gewalt

 

Sticks and stones may break my bones, but words will never harm me – so tröstlich dieser Kinderreim auf den ersten Blick auch wirken mag, weiß doch jede_r von uns, dass Worte sehr wohl verletzen können, mitunter sogar stärker als physische Angriffe. Durch Sprache kann Gewalt nicht nur androht oder verhindert werden, sondern sie kann selbst eine Form von Gewaltausübung sein. Welche Perspektiven haben die Linguistik, die Philosophie und die Kulturwissenschaft auf dieses Phänomen? Wird jeder Akt sprachlicher Gewalt exklusiv in der Beziehung zwischen den Geprächspartner_innen begründet oder wurzelt das Kränkungspotenzial der Rede vielmehr in gesellschaftlichen Praktiken und Konventionen? Ist so etwas wie gewaltfreie Kommunikation überhaupt möglich oder ist Sprache womöglich per se gewaltsam (und damit vielleicht sogar 'schlecht')?

 

Im Seminar wird einerseits der notwendige philosophische und theoretische Hintergrund vermittelt, der zum Verständnis des Themengebiets Sprache und Gewalt erforderlich ist. Andererseits werden wir unseren Fokus auch stets durch alltägliche Beispiele darauf richten, wie wir in unserem konkreten Tun sprachliche Gewaltakte vollziehen und ggf. vermeiden können. Dazu widmen wir uns vorrangig der Lektüre einschlägiger Theorieklassiker, um sie im Anschluss in der offenen Seminardiskussion an unsere individuelle Lebenswelt anzuschließen.

 

 

Sämtliche Aufsätze werden hier bereitgestellt, sie sind vornehmlich folgenden Bänden entnommen:

Herrmann, Steffen K., Sybille Krämer und Hannes Kuch (2007): Verletzende Worte: Die Grammatik sprachlicher Missachtung. Bremen: transcript.

Klinker, Fabian, Joachim Scharloth und Joanna Szczęk (2018): Sprachliche Gewalt: Formen und Effekte von Pejorisierung, verbaler Aggression und Hassrede. Stuttgart: Metzler.

Kuch, Hannes und Steffen K. Herrmann (2010): Philosophien sprachlicher Gewalt. 21 Grundpositionen von Platon bis Butler. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.

 

Das Seminar ist lektüre- und arbeitsintensiv. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu theoretischer und interdisziplinärer Lektüre. Eine Teilnahme macht nur Sinn, wenn die jeweiligen Sitzungen gründlich vor- und nachbereitet werden.

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