Junghegelianismus [finished]

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TU Dresden | Wintersemester 2019 / 2020

Junghegelianismus [finished]

Der sogenannte Junghegelianismus ist eine heterogene philosophische Strömung des 19. Jahrhunderts, deren zentraler Punkt, ausgehend von der Philosophie Hegels, die Kritik des Bestehenden ist. Zu seinen prominentesten Vertretern gehören u.a. D.F. Strauß, Arnold Ruge, Max Stirner, Bruno Bauer, Ludwig Feuerbach und Karl Marx, gelegentlich werden auch Heinrich Heine und Sören Kierkegaard hinzugezählt. Im Seminar wird die These vertreten, dass die sich damals entwickelnden Brüche, Um- und Neubesetzungen zentraler philosophischer Begriffe bis heute prägend sind, der Junghegelianismus nicht bloß von philosophiehistorischen Interesse ist. „Wir verharren bis heute in der Bewußtseinslage, die die Junghegelianer, indem sie sich von Hegel und der Philosophie überhaupt distanzierten, herbeigeführt haben. Seit damals sind auch jene auftrumpfenden Gesten wechselseitiger Überbietung in Umlauf, mit denen wir uns gerne über die Tatsache hinwegsetzen, daß wir Zeitgenossen der Junghegelianer geblieben sind“ (Habermas, Der philosophische Diskurs der Moderne). Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die sich an der hegelschen Politischen Theologie entzündenden weitverzweigten Debatte über das Verhältnis von Religion und Gesellschaft bzw. Politik im Allgemeinen und deren Kritik im Besonderen zu gewinnen. In welchem Verhältnis stehen Religion und Politik überhaupt? Warum ist die junghegelianische Religionskritik Voraussetzung aller Kritik (Marx)? Weshalb kann der Kommunismus als sich selbst missverstehende religiöse Bewegung angesehen werden (Kierkegaard)?

Im Seminar werden ausgewählte zentrale Texte gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Die Bereitschaft zu einem umfangreichen Literaturstudium sowie Seminarvorträge zu übernehmen wird erwartet. Die Primärliteratur wird auf OPAL bereitgestellt.

 

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