WiSe 2020/21 Zwischen „Ähnlich“ und „Anders“ - Eigendynamiken des Bildes

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Fakultät Architektur, Professur für Darstellungslehre | Wintersemester 2020 / 2021 WiSe 2020/21 Zwischen „Ähnlich“ und „Anders“ - Eigendynamiken des Bildes

Was passiert eigentlich beim Skizzieren? In welchem Moment entscheidet es sich, welche Richtung ein Entwurf nimmt? Und wer entscheidet in diesem Moment eigentlich? Wir wollen das architektonische Entwerfen aus einem bildwissenschaftlichen Verständnis heraus in den Blick nehmen. Dabei analysieren wir unsere eigenen Erfahrungen, indem wir eigene Hochbauentwürfe aus dem Studium analysieren.

Die Untersuchung startet mit einer Recherche zu zwei zeitgenössischen Architekturkritiken in der Fachpresse. Was gerät „in den Blick“, was ist für den Kritiker betrachtenswert? Wo klingt die Erwartung des Kritikers durch, von welchen gedanklichen „Bildern“ geht er aus? Uns interessiert, woher diese Vorannahmen kommen und gehen auf Spurensuche. Wenn, wie bei den Fachartikeln, einem Entwurf „Brutalismus“ vorgeworfen wird, woher stammt der Begriff? Was genau macht die Eigenart der Gebäude im Stil des „béton brut“ aus, was ist ihre Utopie, wovon wollten sie sich abgrenzen und was wurde bedeutungsvoll bebildert? Passen eventuell die Architekturideale der 60/70er sogar überraschend gut zu den heutigen Themen der Nachhaltigkeit, der Energieeffizienz und der sozialen Stadt?

Wir schauen auf einen eigenen Hochbauentwurf: Was waren die eigenen Überlegungen? Die Aufgabe besteht im Seminar darin, sich versuchsweise der „fremden Bilder und Utopien“ der 60/70er Jahre auszusetzen. Es soll in Form von Skizzen ein „irritierender“ Gegenentwurf zum eigenen Hochbauentwurf angefertigt werden, der bewusst die „fremden Bilder“ anderer Wertvollstellungen, z.B. des Brutalismus, aufgreift. Uns interessieren dabei die Eigenbeobachtungen, die in einem Bericht festgehalten werden: An welcher Stelle „kippen“ evt. die Vorbehalte zu so einem Vorgehen und wo gelangt man zu überraschenden neuen Lösungen? An welcher Stelle „antwortet“ der Entwurf? Und wie lässt sich so ein Vorgehen für das eigene Entwerfen nutzbar machen? Wir wollen uns im Vergleichen, Hinterfragen, Verbessern und Verstärken von Ideen trainieren. Grundlagentexte zum Entwerfen und zum Bewerten begleiten uns und geben eine neue Sicht auf unser eigenes Tun.

Abgabeleistungen:

1) Kurzer Text mit Recherche zu den Utopien der 60/70er (ca. 3 DIN A4)

2) Skizzenplan: „Gegenentwurf“ zum eigenen Hochbauentwurf

3) Text zu den Eigenbeobachtungen beim Entwerfen des „Gegenentwurfes“ mit Einbeziehung von zwei wissenschaftstheoretischen Texten (ca. 4 DIN A4)

Zeitlich gestaffelte Abgabe der drei Teilleistungen als Upload im OPAL. Zur Endabgabe können die Teilleistungen noch nachgebessert werden.

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Abbildung:

Muoto: Théâtre en utopie, 2019

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