Streiten und sich uneins sein

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TU Dresden | Wintersemester 2020 / 2021 Streiten und sich uneins sein
Philosoph*innen sind bekanntermaßen ein streitlustiges Völkchen. Sie führen aber nicht nur gerne philosophische Streite – Streit und Uneinigkeit sind auch begehrte Objekte philosophischer Analyse. Beide Phänomene entpuppen sich bei näherem Hinsehen nämlich als philosophisch höchst interessant. Nicht nur ist gar nicht so leicht zu sagen, was es eigentlich heißt, dass zwei Streitparteien sich uneins sind. Es ist angesichts so mancher Sorte von Streit auch fraglich, ob die involvierten Personen überhaupt einen Grund zu streiten haben. (Man denke nur an Streite über Geschmack. Sagt der eine „hui“ und der andere „pfui“ zu Lakritz, haben dann nicht ohnehin beide recht?) Zudem ist nicht immer klar, wie eigentlich die rationale Reaktion auf einen Streit ausfallen sollte. (Wenn sich zwei ausgewiesene Expert*innen über einen Sachverhalt uneins sind, sollten dann trotzdem beide an ihren Überzeugungen festhalten?) Und drittens scheinen manche Streite uns auch bloß etwas vorzumachen: Mal sind sich die Parteien – obwohl sie sich konfligierend äußern – über gar nichts uneins, sondern reden bloß aneinander vorbei. Und manchmal täuscht ein Streit auch nur vor, von z.B. Frauen zu handeln, obwohl er doch eigentlich vom Begriff der Frau oder dem Wörtchen „Frau“ handelt. Streite und Uneinigkeiten beherrschen also zwar unseren Alltag, wie sie im Detail zu verstehen sind und wie man auf sie reagieren sollte, bedarf aber durchaus eines sehr genauen philosophischen Blicks.
 
Das angebotene Seminar soll einen ersten Überblick über verschiedene Aspekte dieses Themenbereichs rund um Streite und Uneinigkeit liefern. So werden wir uns mit Streiten über Geschmacksurteile, Streiten zwischen epistemischen Peers und sog. Streiten um Worte auseinandersetzen und sie auf Grundlage der aktuellen Forschungsliteratur gemeinsam analysieren.
 
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