Philosophie der schlechten Sprache

TU Dresden | Wintersemester 2020 / 2021 Philosophie der schlechten Sprache

Seminarleiter Dr. Pedro Schmechtig

Wenn in der Philosophie über die Rolle der Sprache nachgedacht wird, geschieht dies zumeist aus dem Blickwinkel idealer (d.h. erfolgreicher) Kommunikation. Wir nehmen an, dass Sprecher sich mit ihren Worten verständlich machen wollen, was ihnen am ehesten gelingt, wenn sie sich als kooperativ, aufrichtig sowie für die Meinungen anderer als offen erweisen und am besten nur das sagen, was sie wissen bzw. was der Wahrheit entspricht. Im realen Leben sieht das oft ganz anders aus. Hier wird die Sprache häufig in den Dienst niederer Absichten gestellt, um andere Personen hinters Licht zu führen, zu beleidigen oder gar zu diskriminieren. In diesem Seminar werden wir verschiedene Phänomene  und Fragestellungen des nicht-idealisierten oder invektiven Sprachgebrauchs betrachten (wie z.B. "bullshiting", "defective reasoning", "linguistic oppressing", "lingustic silencing" etc.) und anhand entsprechender Texte ausführlich diskutieren. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Verwendung von stigmatisierenden oder verleumdenden Wörtern (englisch „pejoratives“ oder „slurs“) gelegt, deren Analyse ein komplizierter, neuerdings vieldiskutierter Fall in der Philosophie der schlechten Sprache ist. Denn einerseits scheinen solche Wörter genauso bedeutungsvoll wie viele andere Ausdrücke zu sein. Andererseits ist ihre Verwendung mit ganz konkreten (zumeist sehr negativen) praktischen Konsequenzen verbunden. Eines der ältesten Probleme in Sprachphilosophie betrifft den Zusammenhang der Gegebenheitsweise eines Wortes mit seiner Bedeutung. „Slurs“ scheinen dieses Problem zu erweitern, indem sie eine Art der Verwendung offenbaren, die der Frage nach der Gegebenheitsweise eine merkwürdige sozialethische oder moralpsychologische Komponente verleiht, von der nicht klar ist, ob sie zur Semantik oder zum pragmatischen Gebrauch solcher Wörter gehört.

Grundlage des Seminars (neben einigen weiteren Texten) ist das einführende Buch von Herman Cappellen & Josh Dever „Bad Language“ (Oxford University Press 2019). Es empfiehlt sich, dieses Buch zu erwerben. Einzelne Kapitel, die Gegenstand die jeweilige Sitzung sind, werden allerdings auch als getrennte Textvorlage im PDF-Format zur Verfügung gestellt.

 

Achtung: In der abschließenden Sitzung (Fr. 05. o2. 2021, 14:50 - 16:20 Uhr) diskutieren wir den Text „Thoughts on Ideal vs Non-Ideal Theories of Language“ aus dem Buch von Cappelen & Dever (2019). Der Text befindet sich im Ordner "Seminartexte".

 

Das Seminar wird im Videokonferenzsystem GoToMeeting abgehalten.

Link zum Konferenzraum:

Philosophie der schlechten Sprache 
https://global.gotomeeting.com/join/705877405

Teilnahme über Telefon (nur im Notfall)
Deutschland: +49 891 2140 2090
Zugangscode: 705-877-405

(Installieren Sie vorher bitte die App, damit Sie gleich am Meeting teilnehmen können: https://global.gotomeeting.com/install/705877405)

 

Das Institut für Philosophie hat in diesem Semester Richtlinien für Teilnahme an Videokonferenzen formuliert. Lesen Sie sich diese Hinweise voher durch (siehe Ordner) und berücksichtigen Sie diese bitte!

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