Frühe Genrekunst des 15. und 16. Jahrhunderts_Schmidt

TU Dresden | Wintersemester 2020 / 2021 Frühe Genrekunst des 15. und 16. Jahrhunderts_Schmidt

Frühe Genrekunst des 15. und 16. Jahrhunderts_Schmidt

Mit den im 15. Jahrhundert beginnenden medialen Umwälzungsprozessen gingen auch inhaltliche Innovationen einher. Die Erfindung des Buchdrucks und die Entwicklung neuer druckgraphischer Verfahren führten dazu, dass neue Bildthemen ein breiteres Publikum als bisher erreichten. Hierdurch begünstigt wurde die Herausbildung der Genrekunst. Namenlose Künstler wie der Meister E. S. und der Meister der Bandrollen griffen hierfür auf vertraute Motive der höfischen und christlichen Bildwelt zurück, deren Inhalte sie in andere Kontexte übertrugen. Zugleich etablierten sie neue Handlungsorte wie das Badehaus und das Bordell. Zu den wichtigsten innerbildlichen Kommentarfiguren wurden dabei Narren, die das dargestellte Geschehen durch frivole Gesten und Handlungen ins Negative verkehrten. Der große Erfolg des 1494 erschienenen „Narrenschiffs“ Sebastian Brants trug in diesem Zusammenhang maßgeblich zur Etablierung des darin versammelten Motivvokabulars bei, welches nachfolgenden Künstlergenerationen nunmehr in verdichteter Form zur Verfügung stand. Hinsichtlich ihrer neu konzipierten Sujets können die Motive dabei als emblematisch für den Epochenübergang gelten, an dem sie entstanden.

Ziel des Seminars ist es, die Entstehung der Genrekunst und der damit aufkommenden neuen Bildthemen nachzuvollziehen. Über eine Analyse exemplarischer Werke sollen ikonographische Bezüge und Darstellungskontexte untersucht und die Verankerung der Genrekunst innerhalb der christlichen Kunst thematisiert werden. Die zu erbringenden Leistungen im Seminar bestehen aus einem Referat und einem begleitenden Handout sowie einer Seminararbeit. Die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats und zur Lektüre begleitender Texte wird vorausgesetzt.
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