Ü: Regionale Geschichtsbilder im Vergleich. Landeskundliche Zeitschriften über Sachsen in Ost und We

TU Dresden | Wintersemester 2020 / 2021 Ü: Regionale Geschichtsbilder im Vergleich. Landeskundliche Zeitschriften über Sachsen in Ost und We

Ü: Regionale Geschichtsbilder im Vergleich. Landeskundliche Zeitschriften über Sachsen in Ost und We

Nachdem 1952 das Land Sachsen wie die anderen Länder in der DDR zugunsten der Bezirke aufgelöst wurden, existierten nur noch historische Bezüge, die lediglich in den Namen von Einrichtungen wie der Sächsischen Landesbibliothek oder Medien wie den „Sächsischen Neuesten Nachrichten“ u. a. weiterbestanden. Bis zum Mauerbau 1961 verließen zahlreiche Wissenschaftler, Lehrer, Industrielle und andere das Land, um sich in der Bundesrepublik eine neue Existenz aufzubauen. Nicht wenige der Geflohenen bzw. Übergesiedelten organisierten sich in der Bundeslandsmannschaft Sachsen e.V., die die Erinnerung an die und die Traditionen der Heimat bewahren wollte. Als wichtigstes Medium gab die Landsmannschaft seit 1956 die Monatszeitschrift „Sächsische Heimat“ heraus. In der DDR erschien seit 1958 im Rahmen des Kulturbundes der DDR eine ähnlich geartete Zeitschrift, die „Sächsischen Heimatblätter“. Beide Periodika stellten in Artikeln vielfältige Aspekte der sächsischen Landes- und Regionalgeschichte dar und sind bis heute wichtige Quellen für diese Disziplinen. In der Lehrveranstaltung sollen anhand vergleichender Fragestellungen beide Zeitschriften untersucht werden. U. a. folgende Fragen werden dabei zugrunde gelegt: Welche Themen griffen die beiden Zeitschriften auf und welche Inhalte vermittelten die Beiträge? Welche politische Einordnung ist aus den Beiträgen herauszulesen? Welche Begriffe erfahren in den Texten eine besonders häufige Verwendung und welchen Konjunkturen unterlagen sie? Wie entwickelte sich das Bild der übergesiedelten Sachsen in der Bundesrepublik auf ihre alte Heimat, die in der DDR großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen unterlag? Welche Themen aus der DDR wurden in der „Sächsischen Heimat“ vorgestellt? Welche Rolle spielte die „westdeutsche“ Sicht auf Sachsen, die vielfach an ältere Erkenntnisse anschließen musste, bei der Etablierung landes- und regionalhistorischer Strukturen nach der Wiederbegründung des Freistaat Sachsen 1990? Geplant ist eine Veranstaltung mit einem der heutigen Herausgeber der „Sächsischen Heimatblätter“. Angestrebt wird, dass in der Übung kleinere Beiträge zu den Themen erstellt und im Open Access veröffentlicht werden.
Einführende Literatur
L.-A. Dannenberg / M. Donath / W. Rellecke: Ist Sachsen anders? Dresden 2017; W. Müller: Landeskundliche Zeitschriften in Sachsen, in: Medien des begrenzten Raumes. Landes- und regionalgeschichtliche Zeitschriften im 19. und 20. Jahrhundert, Paderborn u. a. 2013 (Forschungen zur Regionalgeschichte), S. 251-264; W. Müller / M. Steber: „Heimat“. Region und Identitätskonstruktionen im 19. und 20. Jahrhundert: Sachsen/Bayerisches Schwaben. In: Handbuch Landesgeschichte, Berlin 2018, S. 646-676.
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