S Pulp- und Popliteratur

TU Dresden | Wintersemester 2021 / 2022 S Pulp- und Popliteratur

In den 1990er Jahren lässt sich in Italien Bewegung auf dem Buchmarkt erkennen: Während dieser allgemein einen rasanten Anstieg der Erstpublikationen verzeichnet, treten insbesondere junge Autor*innen, gefördert durch Schreibwerkstätten, Verlagsprogramme und das Interesse etablierter Schriftsteller*innen, ins Licht der Öffentlichkeit. Mit dem Erscheinen der Anthologie „Gioventù cannibale“ (1996) rückt dabei ein schnelllebiges wie einflussreiches literarisches Phänomen in den Blick der Literaturkritik, dessen Einschätzung von „Trash-Literatur“ bis hin zur Erneuerung der italienischen Erzählliteratur reicht. Das Label „pulp“ verweist hierbei, in Anlehnung an Quentin Tarantinos „pulp fiction“ (1994), sowohl auf die Lust an der Grenzüberschreitung als auch auf den Einbezug zahlreicher medialer, musikalischer und literarischer Bezüge der Pop- und Jugendkultur der 90er Jahre. Andererseits zeichnen sich die Erzählungen der neuen „giovani scrittori“ durch das Spiel mit Sprache und Formen der italienischen Literaturtradition aus. Im Seminar werden nicht nur die sogenannten „cannibali“ wie beispielsweise Niccolò Ammaniti, Aldo Nove oder Alda Teodorani, sondern auch weitere dem „Pulp“ zugeordnete Autor*innen wie Rossana Campo und Silvia Ballestra in den Blick genommen. Dabei sollen ihre Werke mithilfe von in der Forschung besprochenen Ansätzen wie beispielsweise Genre, Gender, Generation sowie dem Verhältnis zu Impegno und Avantgarde analysiert und diskutiert werden.

HINWEIS: Das Seminar findet wie im KVV angegeben Donnerstags von 16.40-18.10 statt.
Die erste Sitzung ist der 14.10, hierfür schicke ich allen eingeschriebenen Teilnehmerinnen einen Tag vorher den entsprechenden Zoom-Link zu.
Ich freue mich auf Ihre Teilnahme,
herzliche Grüße,
Berit Weingart

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