Blockseminar: Karl Rahner

TU Dresden | Sommersemester 2022

Blockseminar: Karl Rahner

Karl Rahner ist der wohl bedeutendste katholische Theologe des vergangenen Jahrhunderts. Schriften wie „Geist in Welt“, „Hörer des Wortes“ sowie „Grundkurs des Glaubens“ markieren theologische Stationen seines Denkens. Eine prägende philosophische Wurzel von Rahners Denken liegt in der Rezeption der Philosophie Kants durch die katholischen Theologen und Philosophen des beginnenden 20. Jahrhunderts. Hatten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere die Jesuiten den Kantianismus heftigst bekämpft, so änderte sich die Sachlage  um die Jahrhundertwende. So unternahm z.B. der belgische Jesuit Joseph Maréchal in seiner Schrift „Le point de départ de la métaphysique“ den Versuch, Kants Transzendentalphilosophie und Apriorismus mit der thomistisch-aristotelischen „Ontognoseologie“ in Form einer produktiven Synthese zu versöhnen. Auch philosophische Köpfe der Jahrhundertmitte wie Hermann Krings (Transzendentale Logik, 1964) oder Otto Muck (Die transzendentale Methode in der scholastischen Philosophie der Gegenwart, Innsbruck  1964) folgten noch dieser Tradition.

Auch die philosophischen Ansätze des „frühen Heideggers“- die zweite prägende Wurzel von Rahners Theologie -  sind vor diesem Hintergrund des „Kantothomismus“ deutbar, wie man sich auch durch eine Erinnerung an Heideggers  Lehrer Carl Braig verdeutlichen könnte.  Allerdings ist mit diesem Kantothomismus natürlich nicht die einzige Quelle von Heideggers Denken bezeichnet, sondern insbesondere seine massive Ausrichtung an der durch Husserl inaugurierten Phänomenologie ist natürlich von herausragender Bedeutung. Jedenfalls ist Heideggers „Sein und Zeit“ als eine philosophische Melange aus Phänomenologie, Kantothomismus und existenzphilosophischen Motiven charakterisierbar. Diese würzige Melange ist nun als zweite Wurzel von Rahners Theologie fassbar.

Während die erste Wurzel in „Geist in Welt“ völlig dominant ist,  wird in „Hörer des Wortes“ die transzendentalphilosophische Methode  durch existenzphilosophische  Erwägungen, die ihren   systematischen  Anschluss an Heidegger nicht verhehlen können, modifiziert bzw. ergänzt.

Wie lesen im Blockseminar die oben genannten drei Texte in drei längeren Blocksitzungen. Mitte Mai biete ich Vorbesprechung in Form einer Videokonferenz an. Um deren Termin erfahren zu  können, sollten Sie für den Kurs bei Opal angemeldet sein.

Das Blockseminar wendet sich  an Philosophen, die sich für Theologie interessieren und an Theologen, die sich für Philosophie interessieren.

Lehrmodus der Veranstaltung (digital, Präsenz oder hybrid) wird noch bekannt gegeben.

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