VL Umbruch und Aufbruch: Romantik aus dem Geist der Revolution?
Dozentin: PD Dr. Bettina Lindorfer
Zeit: Di (5)
Ort: ABS/CON1
Sprechstunde:
Angabe folgt
Mit der Bitte um Beachtung:
Kommentar:
Der tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbruch, den die Französische Revolution 1789 markiert, prägt Literatur und Kultur nachhaltig. Freiheit, Individualität und der Bruch mit traditionellen Ordnungen werden zum zentralen Motiv einer Generation von Schriftstellerinnen und Künstlern, die ambivalent desillusioniert auf die Erfahrung von Gewalt und, Terror und Desillusionierung reagiert. So oszillieren Autoren wie de Staël, Chateaubriand, Lamartine oder Hugo zwischen revolutionärem Pathos und nostalgischer Rückwendung zu Religion, Natur und Vergangenheit. Ihre Versuche, neue Formen der Subjektivität zu finden, zeigen ein romantisches Ich, das Zerrissenheit, Melancholie und Entfremdung artikuliert. Gerade diese Spannung zwischen Fortschrittsglauben und Verlustbewusstsein macht die Literatur, aber auch die Malerei und die Musik der europäischen Romantik kulturwissenschaftlich interessant.
Die Vorlesung wird das Innovationspotential der Romantik auf unterschiedlichen Gebieten skizzieren; neben Literatur und Kultur ist sind auch das Frauenbild, die Liebesehe und der Hang zum Übersinnlichen ein Thema.
Literaturhinweise:
- Anja Ernst (Hg.) 2010: Die Romantik. Ein Gründungsmythos der Europäischen Moderne. Göttingen: V&R unipress.
- Volker Reinhardt 2025: Esprit und Leidenschaft. Kulturgeschichte Frankreichs. München: Beck.
- Monika Wienfort 2014: Verliebt, verlobt, verheiratet. Eine Geschichte der Ehe seit der Romantik. München: Beck.