S OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire

TU Dresden | Sommersemester 2026 S OuLiPo et Pérec – ou : apprendre à lire

Dozent: Dr. Matthias Kern

Zeit: Do (4)

Ort: BSS/E49


Sprechstunde:

Nach Vereinbarung.


Mit der Bitte um Beachtung:

Für alle Fragen betr. der Einschreibung bzw. des Kursinhalts wenden Sie sich bitte immer direkt an den Dozenten.
Die Adminstratorin, Angelika Gleisberg, hat nur die Lernressourcen initiativ für die Dozent:innen eingerichtet und ist nicht für deren Inhalt bzw. Kurszugang die richtige Ansprechpartnerin.
 
*****************************************
 

Kommentar:

Hinter der Abkürzung OuLiPo verbirgt sich das Ouvroir de Littérature Potentielle, eine Literaturgruppe um François le Lionnais und Raymond Queneau, die 1960 als Reaktion auf die Strömung des französischen Surrealismus und aus dem Collège de ‘Pataphysique hervorgeht. Ihr Ziel besteht darin, neue literarische Formen zu entwickeln, die gewohnte Lese- und Erzählmuster herausfordern und dadurch neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Als einer der bedeutendsten Vertreter dieser Strömung muss Georges Pérec angesehen werden, der in Romanen wie Les Choses (1965) oder La Vie. Mode d’Emploi (1978) mit dem Grundprinzip der Literaturgruppe, der formellen contrainte, arbeitet. Diese selbst auferlegten Regeln ermöglichen ihm, Romane ohne Protagonisten und räumlich organisierte Erzählungen vorzulegen, die gleichzeitig auch eine klare Sozialkritik der konsumeristisch orientierten Gesellschaft der 1960er und 1970er Jahre anstellen. Die contrainte wird bei OuLiPo demnach weniger zur Einschränkung, sondern explizit zum Produktionsmotor.

In diesem Seminar soll zunächst die literarische contrainte zum Anlass genommen werden, unsere Kenntnisse in der analytischen Lektüre von Literatur mithilfe von narratologischen Analysemethoden zu schärfen. Das Seminar arbeitet damit sehr textnah und versucht über close reading nicht nur die Besonderheit der oulipotischen Literatur herausarbeiten, sondern auch zu verdeutlichen, wie narrative Normen erstellt und dadurch auch das Gefühl einer empirisch erfahrbaren Erfahrung von narrativer Normalität kreiert wird. Darüber hinaus vermittelt das Seminar einen Überblick über die Erneuerungsversuche von OuLiPo im Vergleich zu anderen Literaturgruppen (Nouveau Roman, Internationale Situationiste…) und verortet sie im historischen Klima der linken Bewegung der 68er. Der Kurs wird auf Französisch angeboten; die Sprache kann jedoch an die Bedürfnisse der Besucher:innen angepasst werden.

Zur Anschaffung empfohlen:

  • Georges Pérec: Les Choses. Une histoire des années soixante. Paris : Pocket 1984.
  • Raymond Queneau: Exercices de style. Paris: Gallimard [folio] 1995. 
Zugang zum Kurs gesperrt. Bitte melden Sie sich an. Login
Informationen zum Zugang
Sie haben zu wenig Berechtigungen, um diesen Kurs zu starten.