SS 26_Verbotene Bücher im kommunistischen Osteuropa: Tschechoslowakei und Polen
Mittwoch, 11:10-12:40, BSS/0E41/U
Seit der Herausbildung dissidenter Milieus und der allmählichen Entfaltung von Untergrund- und Alternativkulturen in den 1950er bis 1980er Jahren spaltete sich die Literaturproduktion in der kommunistischen Tschechoslowakei und in Polen – trotz zahlreicher Grauzonen – zunehmend in zwei gegensätzliche Sphären: den staatlich kontrollierten Kanon und einen inoffiziellen Antikanon. Das Seminar widmet sich den Praktiken, Räumen und Medien verbotener und zensierter Literatur im spätkommunistischen Ostmitteleuropa. Im Mittelpunkt stehen dabei die Formen der Verlagstätigkeit im Underground und im Exil, die alltäglichen Aktivitäten nonkonformer Autor:innen und Intellektueller – etwa Lesungen, Diskussionen und Netzwerke im privaten Raum – sowie die Inhalte, ästhetischen Strategien und politischen Implikationen der tabuisierten Texte.