S: Autokratische Legitimationsstrategien im Vergleich – SoSe 2026
„Warum überleben Regierungen? Diese bis heute aktuelle Frage stellt sich die Politische-Kultur-Forschung. Die Prämisse der Forschung lautet: „Jedes politische System versucht Stabilität zu erreichen, um seine Bestandserhaltung zu gewährleisten. Hierzu benötigt es die Anerkennung als legitim durch seine Bürger, sonst wird es über kurz oder lang zusammenbrechen und in einen anderen Aggregatzustand übergehen“ (Pickel und Pickel 2006: 52). Legitimität, d.h. der Glaube einer Bevölkerung bzw. bedeutender Segmente derselben an eine Herrschaftsordnung als rechtens, steht dabei im Mittelpunkt. Das gilt nicht nur für demokratische Systeme, auf die sich die Politische-Kultur-Forschung bisher überwiegend bezog, sondern gerade auch für Autokratien, die im Zentrum dieses Seminars stehen. Dieses Seminar bietet einen Überblick über bedeutende Ansätze der Legitimationsforschung in nicht-demokratischen Systemen. Verschiedene Konzepte und methodische Zugänge (z.B. Einstellungs-, Verhaltens- und Diskursforschung) des Forschungszweigs werden analysiert, diskutiert und kritisch eingeordnet. Hinzu erhalten die Studierenden praktische Einblicke in die Anwendungs- und Auswertungsmöglichkeiten, um Legitimationsstrategien in autokratischen Kontexten vergleichen zu können.
Literatur
Beetham, David. 2013. The Legitimation of Power, 2. Aufl. Basingstoke: Palgrave Macmillan.
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Weber, Max. 2008. Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. Frankfurt am Main: Zweitausendeins, S. 157-222.