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S: Technik-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte der DDR (mit Exkursion, Block-LV)

TU Dresden | Wintersemester 2026 / 2027 S: Technik-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte der DDR (mit Exkursion, Block-LV)

Technik-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte der DDR: Aufstieg, Bruch und Transformation ostdeutscher Industrieregionen

 

Lehrende: Prof. Dr. Heike Weber (heike.weber@tu-berlin.de) und Dr. Martin Meiske (martin.meiske@tu-dresden.de)

Ort: Online-Meetings und Exkursion Ende Februar 2027

Zeit: Di. 10-12 Uhr (vier vorbereitende Sitzungen: 13.10.26, 27.10.26, 24.11.26, 26.01.27, Reservetermin: 02.02.27)

 

Ostdeutsche Industrielandschaften sind von unterschiedlichen Formen von Kontinuität, Umbruch und Transformation geprägt: Während einige Produktionsstandorte verschwanden und ihre Flächen rekultiviert wurden, bestehen andere – wie die chemische Industrie in Leuna – bis heute fort. Zugleich wirken industrielle Altlasten und die Folgen von sozioökonomischen Brüchen wie auch ökologische Folgekosten über die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche von 1990 hinaus. Das Exkursionsseminar untersucht diese Prozesse an vier Fallregionen und ihren Leitbranchen: der Chemie im Dreieck um Halle, Bitterfeld-Wolfen und Leuna/Buna; dem Uranbergbau der SDAG Wismut im Erzgebirge und um Ronneburg; der Braunkohle in den Revieren der Lausitz und Mitteldeutschlands; und der Textilindustrie in Sachsen und Thüringen. An ihnen lassen sich zentrale Fragen der Technik-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte bündeln: Wie wurden Produktionslandschaften geplant und ausgebeutet? Welchen Preis – ökologisch, gesundheitlich, sozial – zahlten Belegschaften und Anwohner:innen? Und was geschah nach 1990, als die Treuhand, Deindustrialisierungsprozesse und Rekultivierung diese Regionen erneut umwälzten?

Auf ebendiese Kosten reagierten seit den 1980er Jahren Umweltproteste, deren Anliegen in den bis heute laufenden Sanierungsprozessen nachwirken. Das Seminar richtet den Blick dabei nicht nur auf die Betriebe und Kombinate, sondern auch auf die soziale Ordnung industrieller Arbeit mit ihren Ungleichheiten und Geschlechterverhältnissen sowie auf die Lage migrantischer Vertragsarbeiter:innen.

Das Exkursionsseminar ist eine Kooperation des Fachgebiets Technikgeschichte der TU Berlin mit der Professur für Technik- und Wirtschaftsgeschichte der TU Dresden. In vier vorbereitenden Sitzungen erarbeiten die Studierenden beider Universitäten in gemeinsamen Arbeitsgruppen je ein Thema, das sie anschließend während einer mehrtägigen Exkursion vor Ort vertiefen und präsentieren. Die Fahrt findet voraussichtlich in der letzten Februarwoche 2027 statt. Möglicherweise fallen Eigenanteile bei den Exkursionskosten an.

 

Gemeinsame Arbeitsgruppen von TUB- & TUD-Studierenden (online) im Laufe des Semesters; zum Abschluss dann eine dreitägige Exkursion.

 

Literaturempfehlungen:

Albrecht, Helmuth et al.: Bergbau und Umwelt in DDR und BRD. Praktiken der Umweltpolitik und Rekultivierung. Berlin 2022.

Heyne, Elisabeth; Wagner, Alexander: Hühner, Kohle, Kernkraftwerke: Gibt es ein ostdeutsches Anthropozän? Deutschlandfunk, 16.06.2024, URL: https://www.deutschlandfunk.de/gibt-es-ein-ostdeutsches-anthropozaen-100.html (28.07.2026).

Karlsch, Rainer: Leuna. 100 Jahre Chemie. Herausgegeben von der InfraLeuna GmbH. Wettin-Löbejün 2016.

 

Angeboten für folgende Module:

Lehramt neue SO (ab WS 23/24)
PHF-SEGY-HIST-GVNZ
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PHF-SEBS-HIST-GVNZ
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PHF-SEOS-HIST-GVNZ
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Lehramt alte SO (bis WS 23/24)
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Bachelor GKS (neue Studienordnung)
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