Die wissenschaftliche Methode in der frühen Neuzeit
Im 17. Jahrhundert vollzieht sich die sogenannte „wissenschaftliche Revolution“: das fast 2000 Jahre lang dominante aristotelische Wissenschaftsideal qualitativer Beobachtung und rekonstruktiver Erklärung wird schrittweise abgelöst durch ein neues Paradigma, das auf mathematische Modellierung und experimentelle Intervention setzt. Diese Entwicklung wurde von der Philosophie sowohl vorangetrieben als auch wissenschaftstheoretisch reflektiert. In ihrem Zuge bildete sich ein neues Weltbild heraus, das heliozentrisch, mechanistisch und materialistisch ausgerichtet war. In diesem Seminar werden wir einige der wirkmächtigsten Stationen dieser „Revolution“ aus der Nähe kennenlernen anhand ausgewählter Texte von Francis Bacon, Galileo Galilei, René Descartes, Thomas Hobbes, Benedikt de Spinoza, Isaac Newton und Emilie Du Châtelet. Das inhaltliche Hauptziel des Seminars ist es, wissenschaftstheoretische Fragen betreffend den Status von Modellen, Idealisierungen, Induktion und Erfahrung kennenzulernen und in ihrer historischen Genese zu verstehen. Das methodische Ziel des Seminars ist es, Texte historisch kontextualisiert zu lesen und argumentativ zu rekonstruieren. Ein Reader wird auf OPAL bereitgestellt.