TU Dresden | Semester overlapping Erinnerungskultur

Das philosophische Konzept der Erinnerungskultur bezeichnet eher ein Problem als eine Lösung. Einerseits ist die identitätsstiftende Rolle einer gemeinsamen Geschichte und Erinnerung für Gemeinschaften unbestreitbar. Andererseits offenbaren besonders die Grenzfälle der Geschichte das Problem solcher kollektiven Erinnerung. Welche Art von Erinnerung und Repräsentation kann beispielsweise moralischen Katastrophen wie dem Holocaust, dem Franco-Regime oder der argentinischen Militär-Diktatur überhaupt angemessen sein? Welcher Begriff von Wahrheit ist für solches Erinnern leitend?

Wir wollen im Seminar sowohl die Kritik eines objektivistischen Wahrheitsbegriffs für den Begriff kultureller Erinnerung als auch die Frage nach einer angemessenen Praxis des Erinnerns diskutieren. Dabei wird auch eine Rolle spielen, welche (ästhetischen) Formen der Vergegenwärtigung einer solchen Praxis kultureller Erinnerung angemessen sind (Verzicht auf narrative Einheit, inhomogene, mehrdeutige, unabgeschlossene, plurale, dialogische Formen der Repräsentation).

Auch ethische Fragen werden im Seminar diskutiert: Wie ist der Status der Rede einer ethischen "Verpflichtung" zur (Zeit-) Zeugenschaft zu analysieren? Welche Position berechtigt und/oder verpflichtet zur Zeugenschaft, welche Rolle spielt deren Anspruch auf "Authentizität"? Ist dieser Anspruch nicht selbst ideologieverdächtig?

Literatur zur Einführung:

Assmann, A., Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006.

Margalit, Avishai: Ethik der Erinnerung, Frankfurt a.M. 2000.

White, Hayden v.: Die Bedeutung der Form /Erzählstrukturen in der Geschichtsschreibung, Frankf. a.M. 1990.

Zimmermann, R., Moral als Macht. Eine Philosophie der historischen Erfahrung, Reinbek bei Hamburg 2008.

 

Ein Reader mit der Literaturauswahl wird zur Verfügung gestellt.

 

Die erste Seminarsitzung findet am 17.04. statt.

Das philosophische Konzept der Erinnerungskultur bezeichnet eher ein Problem als eine Lösung. Einerseits ist die identitätsstiftende Rolle einer gemeinsamen Geschichte und Erinnerung für Gemeinschaften unbestreitbar. Andererseits offenbaren besonders die Grenzfälle der Geschichte das Problem solcher kollektiven Erinnerung. Welche Art von Erinnerung und Repräsentation kann beispielsweise moralischen Katastrophen wie dem Holocaust, dem Franco-Regime oder der argentinischen Militär-Diktatur überhaupt angemessen sein? Welcher Begriff von Wahrheit ist für solches Erinnern leitend?

Wir wollen im Seminar sowohl die Kritik eines objektivistischen Wahrheitsbegriffs für den Begriff kultureller Erinnerung als auch die Frage nach einer angemessenen Praxis des Erinnerns diskutieren. Dabei wird auch eine Rolle spielen, welche (ästhetischen) Formen der Vergegenwärtigung einer solchen Praxis kultureller Erinnerung angemessen sind (Verzicht auf narrative Einheit, inhomogene, mehrdeutige, unabgeschlossene, plurale, dialogische Formen der Repräsentation).

Auch ethische Fragen werden im Seminar diskutiert: Wie ist der Status der Rede einer ethischen "Verpflichtung" zur (Zeit-) Zeugenschaft zu analysieren? Welche Position berechtigt und/oder verpflichtet zur Zeugenschaft, welche Rolle spielt deren Anspruch auf "Authentizität"? Ist dieser Anspruch nicht selbst ideologieverdächtig?

Literatur zur Einführung:

Assmann, A., Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München 2006.

Margalit, Avishai: Ethik der Erinnerung, Frankfurt a.M. 2000.

White, Hayden v.: Die Bedeutung der Form /Erzählstrukturen in der Geschichtsschreibung, Frankf. a.M. 1990.

Zimmermann, R., Moral als Macht. Eine Philosophie der historischen Erfahrung, Reinbek bei Hamburg 2008.

 

Ein Reader mit der Literaturauswahl wird zur Verfügung gestellt.

 

Die erste Seminarsitzung findet am 21.04. statt.

Display more information
Loading Assessment overview
Loading overview