Thema: Linearfaktorenzerlegung
Eine höhere Ebene der Darstellung: Polynome
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Voraussetzungen an die Polynome
Im folgenden werden nur Polynome betrachtet, die nicht konstant sind, d.h. sie enthalten mindestens einen Term
axn
mit
n≥1
und
a≠0
Weiter wird vorausgesetzt, dass für den Term
axn
mit
a≠0
und der höchsten natürlichen Zahl n gilt: a = 1. Solche Polynome werden auch als normierte Polynome bezeichnet.
Linearfaktorenzerlegungen werden zunächst nur für normierte Polynome betrachtet, die keine konstanten Polynome sind. Sie werden dann auf nicht konstante, nicht normierte Polynome erweitert.
Beispiele
(1)
f(x)=x
(2)
f(x)=x2+2
(3)
f(x)=x3+3x2+2x+5
sind normierte Polynome und keine konstanten Polynome.
Gegenbeispiele
(1)
f(x)=3x2+2x
(2)
f(x)=3
sind keine keine normierten Polynome.
(3) f(x) = 1 ist ein normiertes Polynom und ein konstantes Polynom.
Linearfaktoren
Ein Linearfaktor ist ein Ausdruck der Form
(x−x1)
mit reellen Zahlen
x
und
x1
Dabei wird
x1
als Nullstelle der Funktion
f(x)=(x−x1)
betrachtet.
Eine Linearfaktorenzerlegung eines normierten Polynoms P(x) existiert, wenn es sich vollständig als Produkt von Linearfaktoren darstellen lässt.
Bedingung, unter denen eine Linearfaktorenzerlegung existiert
Bemerkung:
Eine Linearfaktorenzerlegung eines normierten Polynoms existiert, wenn es keine Nullstellen im Bereich der komplexen Zahlen besitzt.
Bemerkung: ein Polynom n.ten Grades hat höchstens n reelle Nullstellen.
Beispiel
Das Polynom
P(x)=x2+5x+6
hat die Nullstellen
x1=−2
und
x2=−3
Es hat die Linearfaktorenzerlegung
P(x)=(x+2)(x+3)
Gegenbeispiel
Das Polynom
x2+1=0
hat keine reellen Nullstellen, aber die komplexen Nullstellen
x1=i
und
x2=−i
Für dieses Polynom gibt es keine Linearfaktorenzerlegung im Bereich der reellen Zahlen.
Gemischtes Beispiel
Das Polynom
P(x)=x4+5x3+7x2+5x+6
lässt sich folgendermaßen darstellen:
P(x)=(x2+5x+6)(x2+1)
Dieses Polynom lässt sich nur teilweise in Linearfaktoren zerlegen, da der Term
x2+1=0
eine solche Zerlegung nicht ermöglicht.
Es gilt:
P(x)=(x+2)(x+3)(x2+1)
Linearfaktorenzerlegung für ein nicht normiertes Polynom
Das Polynom
P(x)=2x2+10x+12
ist kein normiertes Polynom.
Man kann es folgendermaßen umschreiben:
P(x)=2(x2+5x+6)=2N(x)
mit dem normierten Polynom
N(x)=x2+5x+6
Für N(x) gibt es die Linearfaktorenzerlegung
N(x)=(x+3)(x+2)
Somit kann man P(x) schreiben als
P(x)=2(x+3)(x+2)