Vorlesung: Die Ritter
Das mittelalterliche Rittertum stellt einen komplexen Untersuchungsgegenstand dar, dem es unter Berücksichtigung seiner Vielschichtigkeit und diachronen Entwicklung gerecht zu werden gilt. Das Phänomen ‚Rittertum‘ lässt sich diachron in ‚Vorgeschichte und Entstehung‘, ‚Blütephase‘, ‚Spätmittelalter‘ und ‚Ende und Niedergang‘ einteilen, inhaltlich in militär-, sozial-, wirtschafts- und kulturhistorische Aspekte. Dabei sind beide Ebenen nicht stringent deckungsgleich, so dass etwa die Entstehung ausschließlich wirtschaftlich und der Niedergang nur militärisch zu erklären wäre. Einige Aspekte halten sich länger als andere – so bleibt das Rittertum auch dann noch kulturell prägend, als es militärisch schon kaum noch eine Rolle spielt. Dennoch werden einige zeitlich-inhaltliche Schwerpunkte deutlich: Die Entstehung wurde vor allem durch militärisch-wirtschaftliche Entwicklungen begünstigt. Die Blütephase zeichnete sich durch eine sozio-kulturelle Verdichtung aus, die sich z.B. durch Rituale (etwa zur Einführung in den Ritterstand) und eine reichhaltige Ritter-Literatur auszeichnete. Das Spätmittelalter sah dann eine soziale Abschottung, die von einer stetigen Ausgestaltung der materiellen und ideellen Kultur begleitet wurde.
Die Vorlesung nimmt sich des Phänomens in einer Mischung aus verschiedenen Vermittlungsformen an, die vom klassischen Frontalunterricht über flipped classroom-Komponenten zu eigenständiger Lektüre und Gruppendiskussion reichen.
Vorbereitende Literatur:
Ehlers, Joachim, Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006.
OPAL-Kurs: https://bildungsportal.sachsen.de/opal/auth/RepositoryEntry/51715604481?8
Anmeldung über OPAL bis 8. April 2026