S „Souvenirs, souvenirs“: Formen des Erinnerns in Wort und Bild
Dozentin: Imke Heine M.A.
Zeit: Do (3)
Ort: MER/003
Sprechstunde:
Nach Vereinbarung.
Mit der Bitte um Beachtung:
Kommentar:
Von Familienfotos bis zum Gedenktag: Sowohl in privaten als auch in kollektiven Kontexten ist Erinnerung ein zentraler identitäts- und sinnstiftender Bestandteil der Alltagskultur. Vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen, Kriegen, Prozessen der Dekolonialisierung und Migration haben sich memory-Diskurse insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutsamen internationalen Phänomen entwickelt. Auch in der Auseinandersetzung mit Literatur und Film erweist sich die Gedächtnisthematik als omnipräsent. Erzählte Erinnerung, etwa in der Autobiographie, erzeugt Kontinuität, kann aber auch Gegennarrative schaffen und damit etablierte Geschichtsbilder dekonstruieren.
Nach einer Einführung in grundlegende Ansätze der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung soll im Seminar anhand von Beispielen aus dem französischsprachigen Raum untersucht werden, wie narrative Texte, Filme und Comics Erinnerung verhandeln. Welche Verfahren kommen zum Einsatz, um die Funktionsweise des Gedächtnisses darzustellen? Wie wird das Wiederaufleben vergangener Ereignisse inszeniert? In welcher Weise werden Brüche thematisiert, die etwa aufgrund von Traumata, kollektiver Verdrängung oder Krankheit entstehen? Dabei sind stets auch erinnerungskulturelle bzw. historische Kontexte von Relevanz.
Das Seminar findet in Absprache mit den Teilnehmenden vorwiegend in französischer Sprache statt.
Literatur:
- Erll, Astrid/Ansgar Nünning (Hgg.) (2005): Gedächtniskonzepte der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und Anwendungsperspektiven, Berlin/New York: de Gruyter.
- Erll, Astrid (2011): Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler.
- Segler-Meßner, Silke/Isabella von Treskow (Hgg.) (2024): Traumatisme et mémoire culturelle. France et espaces francophones, Berlin/Boston: de Gruyter.