SS 2026_Grenzräume
Seminar mit Exkursion ins Dreiländereck
Dr. Marina Scharlaj
Mi (4) W48/0101
Das Seminar ist im interdisziplinären Forschungsfeld der Border Studies verortet. Es untersucht Narrative territorialer Zugehörigkeit, raumbezogene Identitätsentwürfe sowie Kontakt- und Konfliktzonen der Erinnerung, die sich in Grenzräumen historisch verdichten und in gegenwärtigen Konflikten neu artikulieren. Im Vordergrund stehen dabei die geopolitische Konstruktion von Grenzen, historische wie aktuelle Grenzverschiebungen sowie koloniale Raumaneignungen in den osteuropäischen Grenzregionen, deren Auswirkungen in der unmittelbaren Nachbarschaft Dresdens und der Lausitz erfahrbar sind.
Deutsch-slawische Regionalkooperationen und Interkulturalität werden von den Teilnehmenden exemplarisch während einer Exkursion in das nahegelegene Dreiländereck untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Besuch des Neiße-Filmfestivals sowie weiterer Institutionen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In der anschließenden Kurskonferenz werden die kulturtheoretischen Modellierungen der Grenzräume anhand konkreter Materialien von Studierenden überprüft. Zur Diskussion stehen dabei Filme und TV-Serien, literarische und publizistische Texte, populäre Musik sowie Kunstwerke, die den Fokus auf Grenze legen.
Die Exkursion findet vom 29. bis 31. Mai statt.