SoSe 2026 Lektüreseminar (M_Pä_2)
Inhalte
Menschliches Lernen zu unterstützen stellt den Kern der Herausforderungen pädagogischer Be-mühungen dar, sei es im Rahmen von Unterricht, Programm- und Angebotsplanung, Beratung oder auch bildungspolitischer Interventionen. Üblicherweise werden zum Verständnis, wie Menschen lernen, gängige psychologische Lerntheorien wie Behaviorismus oder Kognitivismus herangezogen. Diese werden allerdings – so die These des Seminars – der Komplexität und Beson-derheit des Lernens Erwachsener nicht gerecht. Während das Lernen von Kindern und Jugendli-chen noch stark überformt ist von den Erziehungs- und Bildungsabsichten anderer, vollzieht sich das Lernen Erwachsener eigensinniger und selbstbestimmter. Erwachsene lernen auf der Grundlage subjektiver Bedeutsamkeit, ihr Lernen ist emotional grundiert, rückgebunden an die Biografie und an die Absicht, die eigene Lebensqualität zu erhöhen. Zudem ist es eng eingebunden in berufliche, familiäre und soziale Kontexte. Neuere lerntheoretische Ansätze rücken solche Aspekte des Lernens Erwachsener in den Vordergrund. Im Kurs sehen wir uns deshalb unter anderem subjektwissenschaftliche, milieubezogene und phänomenologische Ansätze genauer an. Wir befragen sie daraufhin, inwiefern sie es uns ermöglichen, ein angemessenes Verständnis des Lernens zu entwickeln, das für die professionelle Bildungsarbeit mit Erwachsenen tragfähig ist.
Lehrziele
Die Teilnehmenden am Seminar kennen ausgewählte lerntheoretische Ansätze, die gerade für die Erwachsenen- und Weiterbildung eine besondere Relevanz haben. Sie sind in der Lage, Lernen als eigenständige menschliche Handlungsform im sozialen Kontext zu fassen. Sie erarbeiten sich ein angemessenes Verständnis menschlichen Lernens. Sie reflektieren erste Transfermöglichkeiten in das eigene Tätigkeitsfeld. Sie entwickeln ihre Lesestrategien für das Erschliessen wissenschaftlicher Texte weiter.
Dozent: Prof. Dr. Erik Haberzeth
Zeit: Donnerstag (Wöchentlich) 09:15-10:45 Uhr
Raum: C10.102 (alt: 2/N102)
Beginn: 09.04.2026