Die Avantgarden laden ein! Teil 2: Ausstellungen von Künstler:innen- und Architekt:innengruppen 1946

TU Dresden | Sommersemester 2026 Die Avantgarden laden ein! Teil 2: Ausstellungen von Künstler:innen- und Architekt:innengruppen 1946

Was ist Avantgarde? Für die Avantgardegruppen im 20. Jahrhundert waren Ausstellungen ein essenzielles Mittel, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und positionieren, sich bekannt zu machen. Durch Ausstellungen treten die Künstler:innen, Designer:innen und Architekt:innen in direkten Dialog mit dem Publikum und können ihre oftmals radikalen Ideen und Visionen zur Diskussion stellen und traditionelle Sichtweisen hinterfragen. Vielfach standen gesellschaftliche, politische oder soziale Prozesse im Zentrum: Der Raum wurde als Plattform zur Provokation genutzt, um gesellschaftliche Normen und althergebrachte Kunstverständnisse zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Innovative Gestaltung der Ausstellungen bis hin zu dynamischen und performativen Modellen der Interaktion mit den Besucher:innen ermöglichten neue Formen des Wahrnehmens und Erlebens.

Aufbauend auf den ersten Teil des Seminars im Sommersemester 2025, der sich mit Avantgardeausstellungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigte, untersucht der zweite Teil außergewöhnliche und einflussreiche Ausstellungen seit 1946. Ausgangspunkt sind die Bestandsaufnahmen der Nachkriegszeit in Dresden und Kassel (Allgemeine Deutsche Kunstausstellung 1946 und documenta 1955). Darauf folgen als Reaktion Ausstellungen von international ausgerichteten Künstlergruppen (z.B. CoBrA im Stedelijk Museum Amsterdam 1949) sowie interdisziplinäre Projekte, in denen neue Formen kollektiver Ausstellungspraxis erprobt wurden: This Is Tomorrow (Whitechapel Gallery, London 1956), Italy: The New Domestic Landscape (MoMA, New York City, 1972) oder Gefühlscollagen (Kunstmuseum Düsseldorf 1986). Das Seminar verfolgt diese Entwicklung bis in die Gegenwart, bis zum Wechsel von Design- und Kunstausstellungen zu globalen Forschungsplattformen (z.B. Architektur- und Kunstbiennalen Venedig, ab 2009) und investigativen Verhandlungsräumen von Themen wie Nachhaltigkeit, digitaler Produktion oder sozialer Praxis.

Jede Teilnehmer:in übernimmt ein Impulsreferat von ca. 20 Minuten. Zu den Sitzungen werden Originale (Objekte und Archivalien) präsentiert.

Das Seminar findet statt im Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (ADA), Staatliche Kunstsammlungen Dresden (https://archiv-der-avantgarden.skd.museum/ueber-uns/) und erfolgt in Zusammenarbeit mit den ADA-Archivarinnen und Kurator:innen. Eine Tagesexkursion sowie eine Führung durch das ADA sind geplant.

Weitere Informationen anzeigen
Lade Bewertungsübersicht
Lade Übersicht