S: Buchstabensuppe - Wie Sprache unser Essen macht

TU Dresden | Wintersemester 2026 / 2027 S: Buchstabensuppe - Wie Sprache unser Essen macht

Willkommen auf der OPAL-Seite zum Seminar: Buchstabensuppe - Wie Sprache unser Essen macht

Dozentin: Dr. phil. Regina Bergmann

Ich koche vor Wut. Da hat wieder jemand den Bock zum Gärtner gemacht und wundert sich, dass der Salat weg ist. Nun bleibt nur noch die Suppe, die hoffentlich nicht versalzen ist. Dabei sind es gar nicht immer viele Köche, die den Brei (oder eine Suppe) verderben können. Es reicht eigentlich einer. Oder eine.

Es soll nun nicht weiter um den heißen Brei herum geredet werden: Wer seinen Teller leer isst, bekommt morgen gutes Wetter. Deshalb wurde bei der Vorbereitung keine Mühe gescheut und ein Speiseplan zusammengestellt, der sich sehen lassen kann. Zwar kann jede und jeder nur mit Wasser kochen, aber andererseits wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es soll ja nicht der Kuchen vor dem Anschnitt gelobt werden, aber jeder weiß: Liebe geht durch den Magen und mit viel Liebe wird dieses Seminar vorbereitet. Nun müssen wir nur noch Butter bei die Fische geben, ein bisschen abwarten und Tee trinken und schauen, was und wer den Kochlöffel des Jahres bekommt. Dabei darf man natürlich keine Tomaten auf den Augen haben. Sie wissen es vielleicht noch nicht: Salz und Brot macht Wangen rot! Ich will aber die Wurst auch nicht zu hoch hängen und viel Senf dazugeben, denn schließlich hält Essen Leib und Seele zusammen. Und das Auge isst auch noch mit. Also lasse sich keiner die Butter vom Brot nehmen oder die Wurst vom Teller, hier geht es um mehr. Da ist viel Gelbes vom Ei! Zwar wird behauptet, dass der dümmste Bauer die dicksten Kartoffeln erntet, aber mitunter benötigt man auch einige kleine Kartoffeln. Auf’s Gleichgewicht kommt es an. Nun aber den Topf auf den Herd - und welches Süppchen wir auch immer kochen: Guten Appetit!

Literatur:

Brinker, Klaus/Cölfen, Hermann/Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Berlin: Erich Schmidt (Grundlagen der Germanistik ; 29).

Csáky, Moritz [HerausgeberIn] (2014): Kulinarik und Kultur : Speisen als kulturelle Codes in Zentraleuropa : Wien; Köln; Weimar: Böhlau.

Donalies, Elke (2010): Sprache ist der beste Koch. Ein linguistisches Menü. Tübingen: Narr.

Rolf,  Eckard (1993): Die Funktionen der Gebrauchstextsorten. Berlin : de Gruyter.

Szczęk, Joanna/Pawlkowska-Asendrych, Elzbieta (Hrsg.) (2023): Kulinarische Welt in Sprache, Kultur und Literatur. Hamburg: Dr. Kovač,( Studia Culinaria Interdisziplinaris; Bd.1/2).

Terglane-Fuhrer Anne (1995): Die Sprache der Speisezubereitung / empirische Untersuchungen zur vertikalen Variation. Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; New York ; Paris ; Wien : Lang (=Germanistische Arbeiten zu Sprache und Kulturgeschichte ; 30) (Münster (Westfalen), Univ., Diss., 1994).

Werani, Anke (2023): Sprache und Identität. Eine Einführung. Tübingen: Narr Francke Attempto.

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Zeit: Mittwoch 4. DS

Ort: BSS/0117/U

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