WiSe 2026/27, Vorlesung, Prof. Roelevink, Die Vierte Gewalt: Öffentlichkeit im Formwandel seit 1789
Module: Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Ressourcen in der Geschichte
Zeit: mittwochs, 16:15-17:45 Uhr
Ort: Projektarbeitsraum IWTG
Öffentlichkeit scheint heute omnipräsent, schlimmer noch, sie ist überall verfügbar, allenthalben schallt sie einem entgegen. Dabei ist die „Öffentlichkeit“ in der uns heute bekannten Form ein zufälliges, aber gleichwohl bedeutsames Kind der Moderne. Oder anders: ‚Öffentlichkeit‘ bildet gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt eine ‚Vierte Gewalt‘ geben kann – eine mediale Öffentlichkeit, die das Handeln von Regierungen und Staaten, aber auch das von Unternehmen, Organisationen und Einzelnen diskutiert, kritisiert und einhegt. Erst damit, so eine bis heute wirksame Ableitung, wird Demokratie überhaupt verhandelbar und damit belebt.
Unsere Vorstellung von „Medien“, „Öffentlichkeit“ und „Kritik“ sind heute bemerkenswert starr. Gerade weil der mediale Wandel so umfassend ist, setzen wir diese Errungenschaft der Moderne gerne fest und nehmen sie als gegeben hin. Die Vorlesung geht dem Formwandel der ‚Öffentlichkeit‘ seit der Französischen Revolution nach und fragt dabei v.a. nach ihren Trägern und ihren Gestaltern.
Leistungen: Die Vorlesung schließt mit meiner Mündlichen Prüfung (20-30 Min.) ab.
Literatur: Habermas, Jürgen (1962): Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Weitere Grundlagenliteratur wird in der Vorlesung vorgestellt sowie Lektüreempfehlungen gegeben).