[S] Die Außen- und Weltpolitik der USA - Zwischen imperialer Versuchung und hegemonialem Abstieg

TU Dresden | Wintersemester 2026 / 2027 [S] Die Außen- und Weltpolitik der USA - Zwischen imperialer Versuchung... - WS 2026/27

Seminar

Dozent: Stefan Robel

Modul: BA-IB-APAa, MA-IB-APA, PHF-BA-POL-AM-IP; PHF-BA-SOWI-POL-IP-AKT

Termine: Montag, 5. DS, BZW/B101 ab 16.11. und als Block am 8. + 9. Januar 2027

Seminar „Die Außen- und Weltpolitik der USA - Zwischen imperialer Versuchung und hegemonialem Abstieg“

 

Modul BA-IB-APA (Außenpolitikanalyse) Zielgruppen: BA IB, MA IB, BA GKS

Termine: MO, 5.DS (Beginn 16. November)

                  Blockveranstaltung am 8. und 9. Januar

Veranstaltungsorte: t.b.a.

 

Die globale Rolle der Vereinigten Staaten erscheint zum Ausgang des Jahres 2026 paradox: Ihre strukturelle und materielle Machtfülle sowie die Auswirkungen ihrer Entscheidungen sind nach wie vor beispiellos – und doch wirkt die Supermacht, innenpolitisch gespalten und innergesellschaftlich zerrissen, zur Hälfte der zweiten Präsidentschaft Donald J. Trumps international zunehmend isoliert. Dieses Seminar widmet sich der systematischen Analyse der gegenwärtigen US-Außenpolitik – auf Grundlage eines analytischen Ansatzes, der innenpolitische und innergesellschaftliche Bedingungsfaktoren analytisch gleichberechtigt neben die Interaktionen mit der internationalen Umwelt stellt (s. Liberale und Kritische Außenpolitikanalyse). Wir bewegen uns dabei zwischen den beiden Antipoden der Debatte über die Sonderrolle der USA im internationalen System:  der Hegemonic-Decline-These (die den unaufhaltsamen, im wesentlichen selbstverschuldeten Niedergang amerikanischer Führungsmacht prognostiziert) und der U.S.-Empire-These (die auf eine aggressive, oft unilaterale (Re-)Imperialisierung Washingtons auf Basis nach wie vor ungebrochener materieller Dominanz und eines uneingeschränkten globalen Herrschaftsanspruches rekurriert).

Das Seminar gliedert sich in zwei Abschnitte.

1. Historisch-theoretische Grundlagen und Pfadabhängigkeiten

Wir erschließen uns das institutionelle Gefüge der US-Außenpolitik und analysieren das historische Auf und Ab amerikanischer Machtprojektion zwischen Niedergang und Empire. Dabei lassen wir uns von folgender Fragestellung leiten:  Ist die gegenwärtige Disruption der regelbasierten internationalen Ordnung ein exklusives Phänomen der Ära Trump oder lediglich die drastische Zuspitzung jahrzehntelang wirksamer, struktureller Faktoren in der Genese US-amerikanischer Außenpolitik?

2. Trump 2.0: Das transaktionale Modell amerikanischer Außenpolitik

Vor dem Hintergrund der in Teil 1 erarbeiteten Erkenntnisse analysieren wir die Außenpolitik der zweiten Trump-Administration auf ausgewählten Themen- und Politikfeldern: Außenwirtschafts-, Technologie- und Klimapolitik, Hegemonialkonkurrenz (Bsp. Chinapolitik), Transatlantische Beziehungen und Bündnispolitik, Krieg und Frieden in Eurasien (Iran; Ukraine/Russland), regionale Geopolitik (Bsp. Lateinamerikapolitik), der Kampf gegen Political Correctness  und seine Relevanz für die Außenpolitik.

Das Seminar vermittelt das analytische Rüstzeug, um die Außen- und Weltpolitik der USA jenseits tagesaktueller Schlagzeilen systematisch zu analysieren und zukünftige Wege US-amerikanischer Machtprojektion kritisch einzuordnen und, soweit möglich, zu antizipieren.

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