FLiK-VL Unsichtbarkeit – Marginalisierung – Exklusion WS 2026/27 Mi 18.30-20.00 Uhr
Welche Stimmen finden Eingang in kulturelle Archive, in öffentliche Debatten, in nationale Kulturkanons und in globale Eliteninstitutionen? Literatur und Kultur erzählen seit jeher von den Ausgeschlossenen, den Übersehenen und den Unsichtbaren. Sie geben marginalisierten Erfahrungen Ausdruck, machen verdrängte Geschichten erzählbar, reflektieren Mechanismen sozialer, kultureller und politischer Exklusion oder entwerfen alternative Formen von Teilhabe und Gemeinschaft. Zugleich sind sie selbst in Prozesse der Kanonisierung, Repräsentation und Ausgrenzung eingebunden: Welche Texte werden gelesen, welche Sprachen gehört, welche Perspektiven gelten als erzählenswert? Diese Fragen sind nicht zeitlos, sondern Teil gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Denn diese Ordnungen verändern sich angesichts globaler Migrationsbewegungen, digitaler Öffentlichkeiten und wachsender Sensibilität für Diversität und Intersektionalität. Sind Literatur und Kunst ein Ort der Sichtbarmachung – oder reproduziert sie mitunter selbst Formen der Unsichtbarkeit? Die FLiK-Basis-Staffelvorlesung widmet sich im Wintersemester 2026/27 den vielfältigen Erscheinungsformen von Unsichtbarkeit, Marginalisierung und Exklusion und diskutiert diese aus den Perspektiven der an der TU Dresden vertretenen Philologien.