Latente und manifeste Funktionen - eine soziologische Leitunterscheidung und ihre Anwendungsfelder
Dr. Patrick Wöhrle
Termine: Montag, 09.20 - 10.50 Uhr (2. DS)
Raum: August-Bebel-Str. 30, Raum 02-09
Beginn: Mo, 13.04.2026
Hinweis zur Einschreibung
Die Einschreibung beginnt voraussichtlich am 23.03.2026.
Inhalt, Kommentar
Die Unterscheidung von manifesten und latenten Funktionen gehört, seit Robert K. Merton sie eingeführt hat, zum festen Instrumentarium der soziologischen Theorie. Das Seminar hat zum Ziel, anhand dieser Unterscheidung zu demonstrieren, was eine soziologische Fragestellung ist und wie sich die Soziologie in ihrem Interesse am Nicht-Offensichtlichen sowohl vom Alltagswissen als auch von anderen Disziplinen abhebt. Zum einen soll an anschauungsnahen Beispielen wie Schule, Liebe oder Kriminalität erschlossen werden, zu welchen konkreten Forschungsergebnissen dieses Interesse bereits geführt hat. Es werden aber auch die theoretischen Probleme in den Blick genommen, die mit dieser Unterscheidung verbunden sind, so vor allem die bis heute anhaltende Unklarheit darüber, was unter manifesten Funktionen eigentlich genauer zu verstehen ist.
Hinweis zum Ablauf des Seminars:
Da für ein gewöhnliches Seminargeschehen deutlich zu wenig Teilnehmer:innen zu verzeichnen sind und sich einige Teilnehmer erst 3 Wochen nach Seminarbeginn überhaupt melden konnten, ändert sich der Ablauf. Wir treffen uns zum oben angegebenen Montagstermin an den drei folgenden Tagen, um komprimiert folgende Seminartexte (vgl. Seminarplan) zu besprechen:
01.06.2026 Texte: Merton, Schneider, 2 x Dreeben
22.06.2026 Texte: 2 x Luhmann (Gerichtsverfahren, Politische Wahl)
06.07.2026 Texte: Gerhardt, Kühl
Der Rest der Seminarliteratur bleibt dem Selbststudium überlassen. Diesbezügliche Verständnisfragen können zu den genannten Sitzungen besprochen werden.