SS 26_Den Menschen erschaffen, verbessern, liquidieren: Russische (Anti)Utopien

TU Dresden | Sommersemester 2026 SS 26_Den Menschen erschaffen, verbessern, liquidieren: Russische (Anti)Utopien

Donnerstag, 13:00-14:30, ABS/2-13/U

Im Seminar werden Texte der russischsprachigen Literatur unter die Lupe genommen, die als fiktionalisierte Abbilder der Diktaturen/Totalitarismen im 20. Jahrhunderts betrachtet werden können. Es werden sowohl Utopien als literarische Entwürfe der idealen („totalen“) gesellschaftlichen Wirklichkeit und Protomodelle der totalitären Regime – als solche auch die Texte des sozialistischen Realismus – als auch Anti-/Dystopien als Vorwegnahme der künftigen oder die Reaktion auf die bestehenden totalitären Systeme analysiert. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf das Problem des Umgangs mit dem Körper und dem Verstand des Menschen: Das Konzept der Verbesserung, „Korrektur“ und Umerziehung in der Modellierung des neuen Menschen ist beinahe allen (anti)utopischen Fiktionen gemeinsam. Diese spiegeln zugleich Praktiken der Realitätssimulation und Geschichtstäuschung (Simulacren, die infolge der Neukonstruierung des kollektiven Gedächtnisses entstehen) wider, die in totalitären Gesellschaften durch den Einsatz bestimmter diskursiver und rhetorischer Mittel erzeugt werden. Diktatur als diskursive Praktik und rhetorisches Erzeugnis soll daher ebenfalls den wesentlichen Gegenstand der Diskussion bilden.

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