Der überflüssige Mensch

TU Chemnitz | Sommersemester 2026 Der überflüssige Mensch

Der sogenannte „überflüssige Mensch“ (russ. lišnij čelovek) entsteht in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts als Figur gesellschaftlicher Wirkungslosigkeit: gebildet, reflektiert und potentiell handlungsfähig, bleibt er ohne Einfluss auf seine Umwelt. Klassische Ausprägungen finden sich etwa in Ein Held unserer Zeit von Michail Lermontow oder in Oblomow von Iwan Gontscharow.
Das Seminar geht von diesem russischen Ursprung aus und fragt, inwieweit sich der Typus auch in anderen Literaturen wiederfinden lässt. In vergleichender Perspektive werden Texte aus verschiedenen europäischen Literaturen gelesen, darunter Adolphe von Benjamin Constant, Bartleby, the Scrivener von Herman Melville sowie deutschsprachige Varianten wie Stopfkuchen von Wilhelm Raabe oder Jakob von Gunten von Robert Walser.
Im Zentrum steht die Frage, ob der „überflüssige Mensch“ ein spezifisch russisches Phänomen bleibt oder als interkulturelle Figur moderner Selbstentfremdung verstanden werden kann.

Teilnehmerkreis:
M_Gl_2, M_SM_2, SGPhilSS
Dozent:
Grube, C.
Zeit / Raum:
Do 15:30-17:00 (C10.105)
Veranstaltungsbeginn:
9.4.26
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