Seminar: Leben in Metaphern
Metaphern sind weit mehr als schmückende Sprachelemente: Sie strukturieren unser Denken, prägen unsere Wahrnehmung der Welt und beeinflussen, wie wir über uns selbst, andere und gesellschaftliche Prozesse sprechen. Wir leben in Metaphern – oft, ohne es zu bemerken.
Dieses Seminar führt in zentrale Ansätze der kognitiven Metapherntheorie ein und untersucht, wie metaphorische Konzepte unser alltägliches Denken, Fühlen und Handeln prägen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Metaphern grundlegende kognitive Werkzeuge sind, mit denen abstrakte Bereiche wie Zeit, Emotionen, Beziehungen, Politik, Krankheit oder Lernen verständlich gemacht werden.
Im Seminar analysieren wir Metaphern aus unterschiedlichen Diskursen und Medien: Alltagssprache, Literatur, politische Kommunikation, Wissenschaft, Werbung und digitale Medien. Dabei wird sichtbar, wie Metaphern kulturell geprägt sind, Machtverhältnisse stabilisieren oder hinterfragen können und gesellschaftlichen Wandel sowohl spiegeln als auch mitgestalten.
Das Seminar verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Analyseübungen und kleinen Forschungsaufgaben. Ziel ist es, Metaphern als kognitive, kulturelle und gesellschaftliche Phänomene zu verstehen und die eigene metaphorische Wahrnehmung von Sprache und Wirklichkeit zu schärfen.