Die europäische Novelle. Gattungstheorie und Textanalyse
»[...] was ist eine Novelle anders als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit. Dies ist der eigentliche Begriff, und so vieles, was [...] unter dem Titel Novelle geht, ist gar keine Novelle, sondern bloß Erzählung“ (Goethe an Eckermann, 1827). Ausgehend vom "Decameron" Boccaccios, dem „Vater und Stifter der Novelle“ (F. Schlegel), wird sich das Seminar in einem ersten Abschnitt mit historischen Vorläufern novellenähnlichen Erzählens (Exempel, Märchen, Legende etc.) beschäftigen, um sodann maßgebliche Stationen der europäischen Novellistik – u. a. Cervantes, Goethe, Kleist, Tieck, Keller, Flaubert, Hauptmann, Musil, U. Timm – ›abzuschreiten‹. In kulturhistorischer Perspektive und in detaillierten Einzelanalysen von novellistischen Erzähltexten und deren gattungstheoretischen Bestimmung wird das Seminar den Formenwandel des Genres sichtbar machen und die Abgrenzung zu anderen Prosaformen untersuchen. Und wie immer gilt: Nichts ist in Stein gemeißelt, für Vorschläge – gerade auch aus dem Bereich der KJL – bin ich jederzeit offen.
OPAL-EIntrag ab 1.12. 2026