PINHEIRO_Seminar: Was geschah in Ceuta?

TU Chemnitz | Wintersemester 2026 / 2027 PINHEIRO_Seminar: Was geschah in Ceuta?

Prof. Dr. Teresa Pinheiro

Am 30. Juli 2026 gelangten etwa 70.000 Menschen von Marokko nach Ceuta in der Hoffnung auf ein Leben in Europa. Der Vorfall löste eine humanitäre Katastrophe aus und entfachte erneut Debatten über die EU-Außengrenzen und die europäische Migrationspolitik. 

Im Seminar nehmen wir die aktuellen Ereignisse zum Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla von der Antike bis in die Gegenwart. Die longue durée der Geschichte Ceutas ermöglicht dabei eine dekoloniale Perspektive: Anstatt die Geschichte der Stadt erst mit der portugiesischen Eroberung von 1415 und damit im Kontext der europäischen Expansion beginnen zu lassen, rückt das Seminar die vielfältigen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen des Mittelmeerraums vor und nach der Kolonisierung in den Blick.

Aus der historischen Tiefe heraus werden die gegenwärtigen Konflikte um die spanischen Exklaven verständlicher. Sowohl die Konfliktlinien zwischen Spanien und Marokko als auch die Grenzziehung zwischen Europa und Afrika sind die Folge historisch gewachsener Ordnungen moderner Staatlichkeit und – im Falle Europas – Suprastaatlichkeit, die das Mittelmeer weniger als Verflechtungsraum denn als Grenze zweier voneinander abgeschotteter Kontinente betrachten. 

Die Studierenden werden angeregt, semesterbegleitende Teilleistungen zu erbringen. 

Module: B_EG__1, B_EG__3, B_EuWA3, B_EuWA5, B_Ko__5, SGPhilWS

Beginn: 14.10.2026

Zeit: Mi. 11.30-13.00

Raum: C25.044 (2/W044)

Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- bzw. Prüfungsordnung.

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