Interdisziplinäre Studienplattform „Open Engineering 2“

TU Chemnitz | semesterübergreifend BS: Moderne Technologieentwicklungen im Spannungsfeld von Komplexität und Nachhaltigkeit

BS: Moderne Technologieentwicklungen im Spannungsfeld von Komplexität und Nachhaltigkeit

 

Das Seminar wird Online stattfinden. Genauere Informationen zu Zeitplan und Literatur zum Selbststudium folgen noch. 

 

Im Hinblick auf grundlegende wissenschaftlich-technische Transformationen unserer Lebenswelt können zwei komplementäre Wirkrichtungen unterschieden werden:

– die Transformation unserer Welt durch deren intelligente Kybernetisierung, die die menschlichen Aktivitäten top down in sich selbst organisierende Systemregime integriert, seien dies die digitalisierte Gesellschaft, Smart Cities, Smart Factories, Smart Homes etc.

– die Transformation unserer Welt bottom up, Atom für Atom, Molekül für Molekül, Zelle für Zelle, Gewebsschicht für Gewebsschicht, Bit für Bit etc., die die menschlichen Aktivitäten zu immer neuen Strukturbildungen treibt, seien dies neue Materialien, neue „Organismen“, neue „Gehirne“, neue soziale Welten etc.

Die genannten Tendenzen und Wirkungen entfalten sich im Spannungsfeld von wissenschaftlichtechnischen Strukturbildungsprozessen und ökonomischer, politischer und sozialer Funktionalisierung. Dies wird schon heute deutlich im Verhältnis von digitaler, nano- und biotechnologischer Transformation der gesamten technologischen Grundstruktur der Gesellschaft und ihrer kapitalistischen Funktionalisierung und politischen Instrumentalisierung. Diese komplexe Gemengelage lässt zwangsläufig die Frage aufkommen, ob eine auf Nachhaltigkeit orientierte Gestaltung der Entwicklung noch möglich ist.

Themen:

1. Zum Konzept der nachhaltigen Entwicklung Begründung und Operationalisierung des Nachhaltigkeitskonzeptes – Grundwerte, Kriterien, Regeln, Wirkungsmodelle, Indikatoren

2. Nachhaltigkeit und Komplexität

- Einführung in die Komplexitäts- und Selbstorganisationsforschung

- Zum Spannungsfeld von Selbstorganisation und Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse

- Zur Krisenanfälligkeit und Stabilität gesellschaftlicher Handlungssysteme

3. Zur Komplexität moderner Technologieentwicklungen – Grenzen und Möglichkeiten ihrer nachhaltigen Gestaltung

- Moderne Technologieentwicklungen

- Ausgewählte Fallstudien zur Komplexität der Technologieentwicklung

- Technikfolgenabschätzung, Technikbewertung und Möglichkeiten der Technikgestaltung

 

Literatur: u.a.:

Gebauer, H./Lukas, D., Komplexität und Nachhaltigkeit – Grenzen und Möglichkeiten politischer Gestaltung. In X. Internationale Wissenschaftliche Tagung: Nachhaltige Entwicklung und effektive Ressourcenpolitik (S. 136-140). Almaty 2013

Gebauer, H. (2016). Nachhaltigkeit und Komplexität. Ein theoretischer Exkurs, in: Mieth, K. M. Hrsg., Verkehrswege – Impulsgeber der Industrie; Zukunft der Industriearchitektur – Industriearchitektur der Zukunft, Dokumentation der Fachtagungen, Chemnitz, S. 144 – 152

Grunwald, A./Kopfmüller, J., Nachhaltigkeit, Frankfurt am Main 2012

Ilya Prigogine/Isabelle Stengers, Dialog mit der Natur, München 1993

Haken, H., Erfolgsgeheimnisse der Natur, Hamburg 1995

Schmidt, J. C., Das Andere der Natur. Neue Wege zur Naturphilosophie, Stuttgart 2015

Richter, K./Rost, J.-M., Komplexe Systeme, Frankfurt am Main 2002

Coenen, C., Konvergierende Technologien und Wissenschaften. Der Stand der Debatte und politischen Aktivitäten zu »Converging Technologies«, TAB- Hintergrundpapier Nr. 16, 2008

Grunwald, A., Auf dem Weg in die nanotechnologische Zukunft. Philosophisch-ethische Fragen, Freiburg 2008

Dirk Helbing, Bruno S. Frey, Gerd Gigerenzer, Ernst Hafen, Michael Hagner, Yvonne Hofstetter, Jeroen van den Hoven, Roberto V. Zicari und Andrej Zwitter, Das Digital-Manifest, spektrum-digital PDFDokument, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg 2015

Klaus Mainzer, Künstliche Intelligenz – Wann übernehmen die Maschinen?, Berlin Heidelberg 2016

Köchy, K., Norwig, M., Hofmeister, G. (Hg), Nanobiotechnologien. Philosophische, anthropologische und ethische Fragen, Freiburg 2008

Rager, G./Weger, G. (Hg.), Synthetische Biologie – Leben als Konstrukt, Freiburg 2015

CRISPR/CAS9. Erbgut auf dem Schneidetisch, Spektrum der Wissenschaft. Kompakt, PDF-Dokument, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg 2016

Klaus Schwab, Die Vierte Industrielle Revolution, München 2016

 

 

Ein offenes Studienmodell zur Sicherung von Fachkräften im Engineering-Bereich

Die vielfältigen Veränderungen welche industrielles Produzieren gegenwärtig erfährt, verlangen nach entsprechend angepassten Befähigungen von Führungskräften und Beschäftigten. Digitalisierung und der mit dieser einhergehende Wandel in der Lern-, Lebens- und Arbeitswelt machen darüber hinaus ein inter- und transdisziplinäres Arbeiten zwingend erforderlich. Lebenslanges Lernen und akademische Weiterbildung zu ermöglichen, sind das Ziel des Projektes Open Engineering 2. Die folgenden drei Handlungsfelder stehen im Vordergrund:

  • Weiterentwicklung der Angebote innerhalb des berufsbegleitenden Master Innovation Engineering,
  • Ausgestaltung und Entwicklung eines berufsbegleitenden interdisziplinären Promotionsprogrammes,
  • Nachhaltige Verankerung und Verwertung der entstehenden Angebote.

Hierbei werden die Kurse und Spezialisierungsmodule für den berufsbegleitenden Weiterbildungsmaster MIE weiter ausgestaltet.

Darüber hinaus wird ein interdisziplinäres Promotionsangebot in Kooperation mit der neu eingerichteten Professur Betriebliche Umweltökonomie an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften entwickelt.

Für beide Angebote gilt es hybride Lehr-Lernumgebungen sowie zielgruppenspezifische Lehrangebote, Betreuungs- und Interaktionskonzepten zu gestalten. Alle Angebote richten sich dabei an den Maximen Inter-/Transdisziplinarität und Internationalisierung aus.

Im Ergebnis sollen der berufsbegleitenden Weiterbildungsmaster MIE und das interdisziplinäre Promotionsprogramm als dauerhafte Studien- und Weiterbildungsangebote zur nachhaltigen Verwertung an der TU Chemnitz zur Verfügung stehen.

Die gesamte Studienplattform des Verbundprojektes mit der Hochschule Mittweida können Sie in der Tiefe über diesen Link einsehen.

Das diesem Beitrag zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16OH22/21012 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor/ bei der Autorin.

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