SCHURIG-Lehrforschungsseminar: Baumwolle in Chemnitz: Globale und lokale Verflechtungsgeschichten
Inhalt: Chemnitz als Industriestadt war bereits im 19. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum der Verarbeitung des Rohstoffs Baumwolle. Als "ein nicht heimischer Rohstoff" wurde dieser "zum Ausgangspunkt der Entwicklung industriekapitalistischer Verhältnisse" (Ehmke 2021:632). Die Leerstelle der lokalhistorischen Forschung übersieht dabei weitgehend die kolonialen Verflechtungen. Kolonialwirtschaftliche und -politische Akteure und Institutionen in Chemnitz waren Teil einer industriellen Baumwollbewegung, die in den deutschen Kolonien die "Baumwollfrage" zu stellen versuchten. In diesem forschungspraktisch orientierten Seminar versuchen wir die bisher unbeleuchtete Seite der Chemnitzer Industriegeschichte zu rekonstruieren und die vermeintliche Erfolgsgeschichte der Baumwolle in den Kontext globaler Ausbeutungs- und Ungleichheitsverhältnisse zu setzen. Vorausgesetzt wird dabei ein hohes Maß an Eigeninitiative und Selbstorganisation sowie der Koordinierung in kleinen Forschungsgruppen.
Ziel des Lehrforschungsseminars ist es, theoretische und praktische Einblicke in sozialhistorische Forschungstechniken zu erhalten und Ergebnisse kritisch zu rezipieren.
Dozent*in: Stephan Schurig, M.Sc.
Ort: C10.005 (alt: 2/N005)
Zeit: Dienstag, 17.15 - 18.45 Uhr
Beginn: 14.04.2025
Module:
- 272035-003 / SV4 (B.A. Europa-Studien)
- EM (M.A. Pädagogik)
- VM3 (M.A. IKK)
- FM2 (M.A. Europäische Integration)
- MP_EUR (M.A. Politikwissenschaft)
- M9 Migration (Master Soziologie)
- Studium Generale