Sommersemester 2026 S Zufriedenheit mit soziopolitischen Systemen
Demokratien stehen weltweit unter Druck. Der aktuelle Deutschland-Monitor zeigt: Zwar befürworten 98 Prozent der Befragten die Idee der Demokratie, doch nur 60 Prozent sind mit ihrem Funktionieren zufrieden. Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zentrale sozialpsychologische Frage: Was bringt Menschen dazu, die soziopolitischen Systeme, in denen sie leben, zu verteidigen und als legitim wahrzunehmen – und unter welchen Bedingungen sinkt diese wahrgenommene Legitimität?
In diesem Blockseminar beschäftigen wir uns mit klassischen und neueren sozialpsychologischen Ansätzen zur Erklärung von Systemlegitimität und politischem Vertrauen. Im Fokus stehen sowohl individuelle Faktoren (z. B. ideologische Überzeugungen, soziale Identität oder die Wahrnehmung von Ungleichheit) als auch kontextuelle Einflüsse (z. B. gesellschaftlicher Wandel oder politische Ereignisse), die die Bewertung und Unterstützung des Status quo stärken oder schwächen können. Neben theoretischen Grundlagen werden zentrale empirische Befunde diskutiert und kritisch reflektiert.
Das Seminar beginnt mit einer Einführungsveranstaltung, in der Ablauf, Inhalte und Prüfungsleistung vorgestellt werden. Es folgen vier Blocktermine à fünf Stunden, von denen jeder eine spezifische theoretische Perspektive auf Systemlegitimität und deren empirische Fundierung behandelt. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie psychologische Prozesse politische (Un-)Zufriedenheit und Vertrauen in demokratische Institutionen prägen.