S SoSe 26: Die Politisierung der Internationalen Politik
Seminar: Die Politisierung der Internationalen Politik
Dienstags, 11:30-13:00 Uhr; abschließende Blocksitzung: 3. Juli (Freitag!), ab 9 Uhr
Raum: C25.034 (2/W034)
Beginn: 7. April
Inhalt und Seminarziele
Internationale Politik wird zunehmend Gegenstand von Politisierung. Dies betrifft internationale Institutionen und zwischenstaatliche Kooperation ebenso wie außenpolitische Entscheidungen. Dies ist allerdings kein linearer Trend, sondern abhängig von innenpolitischen und internationalen Gelegenheitsstrukturen und Akteurskonstellationen. Beispielhaft seien der Prozess der europäischen Integration, Global Governance oder das transatlantische Verhältnis genannt. Politisierung berührt wesentliche Dynamiken der internationalen Politik, indem sie bspw. Legitimationserfordernisse erhöht, innenpolitische Restriktionen verstärkt, die Handlungsspielräume außenpolitischer Entscheidungsträger verkleinert und internationale Kooperation erschwert. Dabei provoziert Politisierung häufig Strategien der De-Politisierung, bspw. von Regierungen oder internationalen Organisationen, die ihrerseits zum Gegenstand politischer Kritik werden und zu einem Prozess der Re-Politisierung führen können. Internationale Politik und Außenpolitik verlaufen im Ergebnis unter Bedingungen hoher Politisierung anders als unter Bedingungen geringer Politisierung. Dies betrifft auch die Erklärungskraft unterschiedlicher theoretischer Ansätze der internationalen Politik und der Außenpolitik. Während manche Ansätze gerade bei hochpolitisierten Themen plausibel sind, setzen andere Ansätze gering politisierte Entscheidungskontexte voraus.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das Seminar Prozessen der Politisierung und De-politisierung in der internationalen Politik und fragt nach den wesentlichen Arenen, Akteuren und Konsequenzen solcher Dynamiken. Konkret verfolgt das Seminar drei miteinander verschränkte Ziele: Erstens erarbeitet das Seminar die begrifflichen, konzeptionellen und theoretischen Grundlagen zur Analyse von Politisierung und De-politisierung in der internationalen Politik. Zweitens sollen die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen (De-)Politisierungsdynamiken in ausgewählten Bereichen und Themen der internationalen Politik untersuchen, bspw. mit Blick auf deren Ursachen und Auswirkungen. Drittens gewinnen die Teilnehmenden in der Zusammenschau einen Eindruck über die vielfältige Politisierungsforschung in den Internationalen Beziehungen (IB). Diese Ziele verfolgt das Seminar in drei Schritten. Zunächst erarbeitet das Seminar die konzeptionellen Grundlagen zur Analyse von Politisierung und De-politisierung in den IB. Darauf aufbauend werden exemplarisch empirische Beispiele von Prozessen der Politisierung und De-politisierung besprochen. Im dritten Schritt präsentieren die Arbeitsgruppen in der abschließenden Blocksitzung die Ergebnisse ihrer Forschung zur (De-)Politisierung ausgewählter Fragen der internationalen Politik.
Präsentationen
Es wird erwartet, dass sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer an einer der Arbeitsgruppen beteiligt, die in Fallstudien ausgewählte Forschungsfragen zur (De-)Politisierung der internationalen Politik untersuchen und die ihre Ergebnisse in der abschließenden Blocksitzung vorstellen. Die Präsentationen sollen nicht länger als 20-25 Minuten sein. An die Präsentation wird sich eine Diskussion über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen anschließen. Bitte fertigen Sie zudem ein maximal 2-seitiges Handout an und stellen Sie dieses vor Ihrer Präsentation in den OPAL des Seminars ein. Das Handout soll die Gliederung der Präsentation vorstellen und die wichtigsten Argumente zusammenfassen. Die Arbeitsgruppen wählen ihre Fallstudien bis Anfang Mai.
Der Seminarplan beinhaltet eine Sitzung, in der gemeinsam Probleme und Herausforderungen der empirischen Analyse in den Arbeitsgruppen diskutiert werden. Bitte kommen Sie zudem spätestens zwei Wochen vor dem abschließenden Seminarblock mit einem Entwurf Ihrer Präsentation in meine Sprechstunde. Den Sprechstundentermin gebe ich in der ersten Seminarsitzung bekannt.
Vorbereitung und Beteiligung
Ein erfolgreiches Seminar lebt von der guten Vorbereitung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein nachhaltiger Lernerfolg verlangt eine aktive und kritische Beteiligung an den Seminardiskussionen. Dies ist in diesem Seminar besonders wichtig, da es in den wöchentlichen Sitzungen keine Referate geben wird, sondern alle Teilnehmenden gemeinsam intensiv über die Lektüre zur Sitzung diskutieren werden. Ich erwarte daher, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer a) den angegebenen Basistext zur Vorbereitung jeder Sitzung gelesen hat und b) sich aktiv an der Diskussion über die jeweilige Thematik beteiligt.
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