Umweltgeschichte der DDR - Vorlesung

TU Bergakademie Freiberg | Sommersemester 2026 Umweltgeschichte der DDR - Vorlesung

Die Spannbreite ist groß: Giftküche Espenhain, der Silbersee bei Wolfen, Sehnsucht nach Bitterfeld – aber erst nach 1990, eine auf Pestizide gestützte Agrarwirtschaft in ausgeräumten Landschaften, hochbelastete Flüsse, die Halden des Braunkohlentage- und des Uranerzbergbaus und Umweltdaten als Geheimhaltungssache, andererseits Refugien für seltene und bedrohte Tierarten, mehr in der Roten Liste der gefährdeten Arten verzeichnete Vögel im Todesstreifen der deutsch-deutschen Grenze als auf benachbarten Äckern der bayerischen Landwirtschaft und die großzügige Ausweisung von Naturschutzgebieten am Ende der staatlichen Existenz. Privilegierte Räume für die Nomenklatura wie die Schorfheide als sozialistisches Jagdrevier, militärische Altlasten und Caspar-David-Friedrich-Landschaften. Einer in Grundzügen fortschrittlich zu nennenden Umweltgesetzgebung stand ein krasses Vollzugsdefizit gegenüber.

 

Die Vorlesung behandelt an ausgewählten Beispielen die Entwicklung von Umwelt und Natur in der DDR. Sie fragt nach den Folgen der Industrialisierung ebenso wie nach dem „Tafelsilber der deutschen Einheit“.

 

Literatur in Auswahl:

 

Huff, Tobias (2015): Natur und Industrie im Sozialismus. Eine Umweltgeschichte der DDR. Diss. Uni Freiburg 2012 unter dem Titel: Hinter vorgehaltener Hand: Debatten über Wald und Umwelt in der DDR, Göttingen, Bristol[: Vandenhoeck & Ruprecht] (Umwelt und Gesellschaft 13).

 

Möller, Christian (2020): Umwelt und Herrschaft in der DDR. Politik, Protest und die Grenzen der Partizipation in der Diktatur, zugleich Uni Bielefeld Diss. 2018, Göttingen[: Vandenhoeck & Ruprecht]  (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 234). Auch als online-Ausgabe.

 

Pohl, Norman (2025): „An ihren Taten sollten ihr sie erkennen!“ Der Staat als Unternehmer zwischen Vorbild und Versagen, Anspruch und Wirklichkeit, in: Schötz, Susanne; Töpel, Veronique; Ludwig, Jörg; Heß, Ulrich (Hrsg.): Beiträge zur Umweltgeschichte Sachsens. Impulse und Perspektiven. Beiträge des 10. Unternehmensgeschichtlichen Kolloquiums, Leipzig[: Leipziger Universitätsverlag], S. 19-59.

 

Weitere Literatur zu einzelnen Themen wird in der Vorlesung bekanntgegeben.

Die Spannbreite ist groß: Giftküche Espenhain, der Silbersee bei Wolfen, Sehnsucht nach Bitterfeld – aber erst nach 1990, eine auf Pestizide gestützte Agrarwirtschaft in ausgeräumten Landschaften, hochbelastete Flüsse, die Halden des Braunkohlentage- und des Uranerzbergbaus und Umweltdaten als Geheimhaltungssache, andererseits Refugien für seltene und bedrohte Tierarten, mehr in der Roten Liste der gefährdeten Arten verzeichnete Vögel im Todesstreifen der deutsch-deutschen Grenze als auf benachbarten Äckern der bayerischen Landwirtschaft und die großzügige Ausweisung von Naturschutzgebieten am Ende der staatlichen Existenz. Privilegierte Räume für die Nomenklatura wie die Schorfheide als sozialistisches Jagdrevier, militärische Altlasten und Caspar-David-Friedrich-Landschaften. Einer in Grundzügen fortschrittlich zu nennenden Umweltgesetzgebung stand ein krasses Vollzugsdefizit gegenüber.

 

Die Vorlesung behandelt an ausgewählten Beispielen die Entwicklung von Umwelt und Natur in der DDR. Sie fragt nach den Folgen der Industrialisierung ebenso wie nach dem „Tafelsilber der deutschen Einheit“.

 

Literatur in Auswahl:

 

Huff, Tobias (2015): Natur und Industrie im Sozialismus. Eine Umweltgeschichte der DDR. Diss. Uni Freiburg 2012 unter dem Titel: Hinter vorgehaltener Hand: Debatten über Wald und Umwelt in der DDR, Göttingen, Bristol[: Vandenhoeck & Ruprecht] (Umwelt und Gesellschaft 13).

 

Möller, Christian (2020): Umwelt und Herrschaft in der DDR. Politik, Protest und die Grenzen der Partizipation in der Diktatur, zugleich Uni Bielefeld Diss. 2018, Göttingen[: Vandenhoeck & Ruprecht]  (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 234). Auch als online-Ausgabe.

 

Pohl, Norman (2025): „An ihren Taten sollten ihr sie erkennen!“ Der Staat als Unternehmer zwischen Vorbild und Versagen, Anspruch und Wirklichkeit, in: Schötz, Susanne; Töpel, Veronique; Ludwig, Jörg; Heß, Ulrich (Hrsg.): Beiträge zur Umweltgeschichte Sachsens. Impulse und Perspektiven. Beiträge des 10. Unternehmensgeschichtlichen Kolloquiums, Leipzig[: Leipziger Universitätsverlag], S. 19-59.

 

Weitere Literatur zu einzelnen Themen wird in der Vorlesung bekanntgegeben.

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