HS Hans Holbein d. J. (Müller)
Hans Holbein d. J. könnte man als einen „Bildnis-Ingenieur“ bezeichnen. Mit außergewöhnlicher Präzision und einem bis dahin kaum erreichten Sinn für die illusionistische Wiedergabe von Materialität, Oberflächen und Physiognomie entwickelte er die Möglichkeiten der Ölmalerei weiter und prägte damit die europäische Porträtkunst des 16. Jahrhunderts. Seine Bildnisse von Erasmus von Rotterdam und anderen Zeitgenossen machten ihn bereits in Basel zu einem gefragten Künstler. Zugleich trat Holbein als Schöpfer bedeutender Reformationsholzschnitte hervor, bevor er in England zum Hofmaler Heinrichs VIII. aufstieg.
Das Seminar nimmt diese unterschiedlichen Facetten von Holbeins künstlerischem Schaffen in den Blick und fragt nach den jeweiligen Funktionen, Auftraggebern und Kontexten seiner Werke. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung seiner spezifischen Bildsprache, sondern auch um die Bedingungen künstlerischer Produktion im Zeitalter von Reformation, Humanismus und höfischer Kultur. An ausgewählten Werken sollen zudem unterschiedliche kunsthistorische Zugänge erprobt werden.
Die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme, zur Übernahme eines Referats und zur Lektüre begleitender Texte wird vorausgesetzt. Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung. Die Anmeldung zum Seminar erfolgt über OPAL.
Als einführende Lektüre empfehle ich Oskar Bätschmann: Hans Holbein d. J., München 2010.