S WiSe 26/27: Die Versicherheitlichung der internationalen Beziehungen: Ursachen, Folgen und Gegenpr

TU Chemnitz | Wintersemester 2026 / 2027 OPPERMANN S: Die Versicherheitlichung der internationalen Beziehungen - WiSe 2026/27

Seminar: Die Versicherheitlichung der internationalen Beziehungen: Ursachen, Folgen und Gegenprozesse

 

Dienstags, 11:30-13:00 Uhr; abschließende Blocksitzung: 5. Februar (Freitag!), ab 9 Uhr

Raum: C25.021 (2/W021)

Beginn: 20. Oktober

 

 

Inhalt und Seminarziele

Das Seminar beschäftigt sich mit Prozessen der Versicherheitlichung („Securitization“) in der internationalen Politik. Das Konzept wurde von der Kopenhagener Schule geprägt, insbesondere von Ole Wæver und Barry Buzan. Es besagt, dass Sicherheit kein objektiver Zustand ist, sondern das Ergebnis eines diskursiven Prozesses, der ein Thema als existenzielle Bedrohung konstruiert. Dadurch können politische Maßnahmen zur Abwehr dieser Bedrohung außerhalb des „normalen“ politischen Rahmens legitimiert und etablierte Verfahren und Regeln ausgesetzt werden. Mit dieser Absicht werden versicherheitlichende Sprechakte zum Beispiel von Regierungen und anderen politischen Eliten eingesetzt. Allerdings ist Versicherheitlichung nur dann erfolgreich, wenn das relevante Publikum die behauptete existentielle Bedrohungslage intersubjektiv akzeptiert. Solche Prozesse wurden für zahlreiche internationale Themen untersucht, beispielsweise Migration, Klimawandel, globale Gesundheit oder Terrorismus. Zugleich kann es zu Gegenprozessen der Entsicherheitlichung („De-Securitization“) kommen, um ein Thema (wieder) als Teil der „normalen“ politischen Auseinandersetzung und Entscheidungsfindung zu diskutieren.

Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar nach den Akteuren, Mustern und politischen Konsequenzen solcher Dynamiken und verfolgt dabei drei miteinander verschränkte Ziele: Erstens erarbeitet das Seminar die begrifflichen, theoretischen und methodischen Grundlagen der Analyse von (De-)Securitization in der internationalen Politik. Dies geschieht ausgehend von der Kopenhagener Schule, bevor theoretische Weiterentwicklungen und Kritik sowie empirische Anwendungen in den Blick genommen werden. Zweitens sollen die Teilnehmenden des Seminars in Arbeitsgruppen Prozesse der (De-)Securitization in ausgewählten Bereichen und Themen der internationalen Politik untersuchen, bspw. mit Blick auf deren Ursachen und Auswirkungen. Drittens gewinnen die Teilnehmenden in der Zusammenschau einen Eindruck über die vielfältige Forschung in diesem Feld der „Critical Security Studies“ in den Internationalen Beziehungen (IB).

Diese Ziele verfolgt das Seminar wie folgt. Zunächst ist das Seminar als Lektürekurs angelegt, das heißt pro Sitzung besprechen die Teilnehmenden intensiv jeweils einen Grundlagentext. In einer abschließenden Blocksitzung präsentieren die Arbeitsgruppen die Ergebnisse ihrer Forschung zur (De-)Securitization ausgewählter Fragen der internationalen Politik.

 

Präsentationen

Es wird erwartet, dass sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer an einer der Arbeitsgruppen beteiligt, die in Fallstudien ausgewählte Forschungsfragen zur (De-)Securitization der internationalen Politik untersuchen und die ihre Ergebnisse in der abschließenden Blocksitzung vorstellen. Die Präsentationen sollen nicht länger als 20-25 Minuten sein. An die Präsentation wird sich eine Diskussion über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen anschließen. Bitte fertigen Sie zudem ein maximal 2-seitiges Handout an und stellen Sie dieses vor Ihrer Präsentation in den OPAL des Seminars ein. Das Handout soll die Gliederung der Präsentation vorstellen und die wichtigsten Argumente zusammenfassen. Die Arbeitsgruppen konstituieren sich und wählen ihre Fallstudien bis Mitte November.

Der Seminarplan beinhaltet eine Sitzung, in der gemeinsam Probleme und Herausforderungen der empirischen Analyse in den Arbeitsgruppen diskutiert werden. Bitte kommen Sie zudem spätestens eine Woche vor dem abschließenden Seminarblock mit einem Entwurf Ihrer Präsentation in meine Sprechstunde. Den Sprechstundentermin gebe ich in der ersten Seminarsitzung bekannt.

 

Vorbereitung und Beteiligung

Ein erfolgreiches Seminar lebt von der guten Vorbereitung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein nachhaltiger Lernerfolg verlangt eine aktive und kritische Beteiligung an den Seminardiskussionen. Dies ist in diesem Seminar besonders wichtig, da es in den wöchentlichen Sitzungen keine Referate geben wird, sondern alle Teilnehmenden gemeinsam intensiv über die Lektüre zur Sitzung diskutieren werden. Ich erwarte daher, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer a) den angegebenen Grundlagentext zur Vorbereitung jeder Sitzung gelesen hat und b) sich aktiv an der Diskussion über die jeweilige Thematik beteiligt.

 

Access Statement

 

Liebe Studierende,

 

Die TU Chemnitz versteht sich als eine weltoffene Bildungs- und Forschungseinrichtung. Diesen Anspruch möchte ich auch vollumfänglich im Seminar umsetzten. Empathie, Selbstreflexion und eine kritische Haltung sind ausdrücklich erwünscht, damit eine inklusive, diskriminierungs- und angstfreie Lehr-Lern-Umgebung gewährleistet werden kann. Diskriminierende Äußerungen und Handlungen sind nicht erwünscht.

 

Studierenden mit körperlichen oder psychischen Behinderungen und/oder persönlichen/familiären Herausforderungen bitte ich darum, eventuelle Barrieren zu benennen: Sollte für Sie das Erreichen der Lernziele, oder die Teilnahme am Seminar unverhältnismäßig schwerer sein, bitte ich Sie um Kontaktaufnahme. Im Rahmen einer (vertraulichen) Sprechstunde können wir gemeinsam eine Lösung finden!

 

Zudem möchte ich Sie hier auf eine Vielzahl von Beratungsangeboten hinweisen:

 

Herzliche Grüße,

Kai Oppermann

 

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