TRONCOSO_Lektüreseminar: Transnationale Verflochtene Erinnerungen am Beispiel der Franco Diktatur
Dr. Ana Troncoso
2026 jährt sich der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, der 1939 mit der Etablierung der Franco-Diktatur endete. Im Seminar nehmen wir diesen Anlass, um neue Ansätze der kulturellen Gedächtnisforschung – wie verflochtene Erinnerung, transnationale oder globale Erinnerung – zu diskutieren und an ausgewählte Beispiele anzuwenden. Wir widmen uns dabei drei (Kon-)Texten: Anhand der Graphic Novel Modotti. Eine Frau des 20. Jahrhunderts (Àngel de la Calle, 2011) reisen wir nach Mexiko, wo die meisten Republikaner*innen im Exil Zuflucht fanden. Mit dem Roman Die Tochter des Kommunisten (Aroa Moreno Durán, 2017) reisen wir anschließend in die DDR, wohin die Eltern der Hauptfigur nach einem Exil übersiedeln – freiwillig und als Überzeugung für die sozialistische Gesellschaft. Schließlich bewegen wir uns mit dem Dokumentarfilm Das Schweigen Anderer (Almudena Carracedo und Robert Bahar, 2018) zwischen Katalonien und Argentinien. Dort suchen Nachfahren ermordeter oder verschwundener Republikaner*innen bei einer argentinischen Richterin nach Gerechtigkeit – und finden sie tatsächlich. In gemeinsamen Diskussionen werden die Teilnehmenden erkunden, wie diese Texte bei der (Re-)Konstruktion von Erinnerung das Globale und das Lokale hinsichtlich der Vergangenheitsbewältigung und im Hinblick auf die Prävention neuer Verbrechen von Menschen an Menschen miteinander interagieren lassen. Das Seminar bietet zudem eine Einführung in die Literatur- und Dokumentarfilmanalyse.
Module: KV1, KV4, 272034-004 Kultur u. Länderstudien Westeuropas), FM3
Beginn: 8.4.2026
Zeit: mittwochs, 15:30-17:00
Raum: C24.221 (2/D221)
Prüfungsleistung: entsprechend d. Studiengangs- rsp. Prüfungsordnung.