Personale Identität: Uns selbst verstehen [beendet]

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TU Dresden | Sommersemester 2023 Personale Identität: Uns selbst verstehen [beendet]

Der tragische Fall von Terri Schiavo, einer US-Amerikanerin, die mit 26 Jahren am 25. Februar 1990 in ein irreversibles Wachkoma fiel, erregte großes politisches und mediales Aufsehen in den USA. Während Schiavos Ehemann vor mehreren Gerichten ein Recht auf das Einstellen der Nahrungszufuhr für die Komapatientin erstreiten konnte, wehrten sich ihre Eltern und Geschwister jahrelang mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Urteile – jedoch erfolglos. Die Ernährungssonde wurde 2005 schlussendlich entfernt und Terri beerdigt. Auf ihrem Grabstein, angefertigt von ihrem Mann, steht nun zu lesen:

BORN

December 3, 1963

DEPARTED THIS EARTH

February 25, 1990

AT PEACE

March 31, 2005

Philosophisch wird es spätestens hier interessant. Denn die Inschrift deutet auf eine Unterscheidung hin, die auch in der philosophischen Debatte über personale Identität eine wichtige Rolle spielt. Unterschieden wird hier offenbar zwischen dem Zeitpunkt, zu dem Terri ihr Bewusstsein verloren hat („departed this earth“), und dem Zeitpunkt, an dem schließlich (auch?) ihr Körper aufhörte zu leben („at peace“).
Zu welchem Zeitpunkt hat Terri nun jedoch aufgehört zu existieren? Und auf was kommt es somit in Sachen Existenz und Überleben einer Person an? Nur auf biologische Kontinuität oder vielmehr auf so etwas wie mentale Kontinuität – und was hieße das genau?
 
In diesem Seminar sollen Texte (insbesondere der neueren, angelsächsischen Debatte) gelesen werden, die versuchen, Antworten auf solche Fragen unserer Identität zu liefern. Zwar werden wir uns dabei im Seminar lediglich mit metaphysischen Fragen beschäftigen (und insbesondere nicht mit ethischen Problemen). Antworten auf solche Fragen scheinen jedoch bei Fällen wie dem oben beschriebenen auch ethisch relevant.
 
Für einen guten ersten Einblick in die Inhalte des Kurses vgl. https://plato.stanford.edu/entries/identity-personal/
 
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Die genaue Ausgestaltung der Prüfungsleistungen wird in der ersten Sitzung thematisiert.
 
Zielgruppe des Seminars:
Das Seminar richtet sich an interessierte Studierende, die idealerweise bereits die einführende Vorlesung in die theoretische Philosophie erfolgreich abgeschlossen haben.
 
Erwartet wird die Bereitschaft zur wöchentlichen Lektüre englischsprachiger Texte sowie eine regelmäßige Anwesenheit an den wöchentlichen Sitzungen.
 
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Warteliste:
Das Seminar ist bereits ausgebucht. Wenn Sie am Seminar teilnehmen möchten, aber bislang keinen Platz ergattern konnten, nehmen Sie bitte trotzdem einfach ab der ersten Sitzung (!) teil. Es wird eine neue Einschreibungsrunde nach den ersten paar Wochen geben, um die wirkliche Teilnehmer*innenzahl im Seminar zu ermitteln. Diese wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unter 40 Teilnehmer*innen liegen. Sie bekommen also, aller Wahrscheinlichkeit nach, auf jeden Fall noch einen Platz.
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