S: Buchstabensuppe - Das Essen und die Sprache
Willkommen auf der OPAL-Seite zum Seminar: Buchstabensuppe - Das Essen und die Sprache
Dozentin: Dr. phil. Regina Bergmann
Hallo, geschätzte Liebhaber und Liebhaberinnen der reflektierten Nahrungsaufnahme! Auf der Speisekarte des Seminars steht die Welt der Nahrungsaufnahme. So elementar dies für uns ist, so sehr ist dies an unsere Kultur, an uns als soziale Wesen und an unsere Sprache gebunden. Man könnte fast von einem Eintopfgericht sprechen, aber da ist auch schon die erste politische Belastung zu bearbeiten…
Tatsächlich, es lohnt sich, genauer auf die einzelnen Zutaten und das, was sie zusammenbringt, zu schauen: Welches kulturelle Wissen steckt dahinter? Auf welcher textlichen, auf welcher lexikalischen Basis wird das realisiert? Welche Interaktionsformen kann man entdecken? Welche Rolle spielt das Emotionale? Gibt es dafür Vorgaben, sagen wir: Rezepte? Was erzählen uns solche textlichen Artefakte wie Etiketten, Rezepte, Menükarten, Speisekarten u.v.m.?
Es gibt mehrere (Koch-)Pläne: Ein Plan ist, die eigenen Lieblingsrezepte oder eigene Kochideen in einfacher Sprache zu präsentieren. VERSO, das für seine Zielgruppen eine Rezeptsammlung zusammenstellen möchte, arbeitet schon länger daran und wartet auf neuen Input. Sie können nun weiter zum Wachstum beitragen.
Was wird uns konkret interessieren? Nun, das Thema Speisekarten zum Beispiel, aber auch Menükarten und Etiketten auf Nahrungsmitteln – und das in Gegenwart und Vergangenheit: In der DDR herrschte Mangelwirtschaft. Spiegelte sich das auf den Speisekarten wider? Und wie? Auch in der DDR gab es eine „höherwertige“ Gastronomie. Was lässt sich auf den entsprechenden Speisekarten entdecken? Oder: Welche Rolle spielt das Französische beim Thema Essen und Trinken? Wann greift man besonders gern auf Französisches zurück? Der deutsche Kaiser zum Beispiel hasste französische Speisekarten, was aber den Adel an sich nicht anfocht. Dort war das Französische weiterhin das Normale.
Auch die DDR nutzte französische Ausdrücke, Petit four befand sich zum Beispiel in der Konditoreitheke genauso wie die Deutsche Eiche. Das Ragout fin, manchen auch als Würzfleisch bekannt, war in der DDR-Gastronomie weit verbreitet.
Nur einige Fragen, über die wir im Seminar diskutieren können, und für deren Beantwortung wir in der SLUB erste Hinweise erhalten können. Dorthin führt uns am 24.6.26 eine Exkursion.
Viel Spaß bei der Entdeckungsreise!
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Zeit: Mittwoch 4. DS
Ort: tba