Digitalisierung internationaler Studiengänge auf Basis innovativer kollaborativer Templates

Digitalisierung internationaler Studiengänge auf Basis innovativer kollaborativer Templates

DISTINKT will den Einsatz digitaler Werkzeuge und Methoden in einer hochschuldidaktisch fundierten Lehre systematisch weiterentwickeln und in die Internationalisierungsstrategie der Hochschullehre an der TU Dresden und im Freistaat Sachsen einbetten. In Kooperation mit der Shiraz University, Iran, werden innovative Digitalisierungsansätze in der internationalen Lehre konzipiert, schrittweise erprobt und für die Nachnutzung durch sächsische Hochschulen im Rahmen ihrer trans-/internationalen Studienangebote als good practice Templates aufbereitet.

Ziel: Anhand praxisnaher Fallbeispiele sollen die Studierenden individuell und in Gruppen
- Probleme identifizieren
- mögliche Methoden auswählen
- sich für ein geeignetes Lösungsverfahren entscheiden
- die Lösung umsetzen und
- den Lernprozess reflektieren.

Implementierung:
(1) E-Lectures und E-Tests grundlegender, individueller Wissenserwerb (Bloom-K1); Individuelle Concept Maps oder Beantworten von Transferfragen zu den bereitgestellten Inhalten Tiefenverständnis (Bloom-K2).
(2) Gemeinsame Reflexion im Webinar Tiefenverständnis (Bloom-K2); Initiierung erster Problemanalysen (Bloom-K4).
(3) Gruppenarbeiten in integrativen Präsenzblöcken Anwendung des Erlernten anhand einfacher Aufgaben (Übungen: Bloom-K3) bzw. vertiefter Analytik (Seminare: Bloom-K4).
(4) Standortübergreifende, kollaborative online Fallstudienarbeit in interdisziplinär gemischten, selbstorganisierten Projektteams konkrete Lösungsentwicklung (Artefakt: Bloom-K5); Unterstützt von qualifizierten online Lernbegleitern und durch aufbereitete Social Learning Analytics Bewertung der Ergebnisse (Bloom-K6).

Ergebnis: Templates im Sinne von good practice Mustern.

Details

Projektträger

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)

Lessons Learned

Was entwickelte sich positiv im Projektverlauf?

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen an der Shiraz U. hat sich 2019 während des (einzigen) Gastaufenthalts in Shiraz in 10/19 verfestigt, es wurden weitere Kontakte zur Iran’s University of Industry and Mines (IUIM) geknüpft. Am 16.10.2019 fand im Beisein von Abgeordneten der Ministerien Bildung sowie Industrie und Bergbau und ca. 40 Vertretern iranischer Schlüsselindustrien in Teheran ein ganztägiger Workshop statt, der Ausgangspunkt für eine Weiterentwicklung des angestrebten transnationalen Studiengangs in Richtung eines (dualen) cooperative Flipped Classroom Konzepts zum Gegenstand hatte. Hierfür wurde gemeinsam mit den iranischen Kollegen bis Februar 2020 gearbeitet. Die Konkretisierung dieses Konzepts sollte Gegenstand des geplanten zweiten, 14-tägigen Aufenthalts in Shiraz im Februar 2020 werden.

Welche Herausforderungen ergaben sich bei der Projektdurchführung?

Eine ausschließlich online stattfindende Kooperation zur Konkretisierung eines Studiengangs hat ohne die Perspektive intensiver Abstimmungen vor Ort wenig Erfolgsaussichten. Die Partner bleiben in anderen Verpflichtungen gebunden, das Projekt verläuft „nebenläufig“, Verbindlichkeit und Fristwahrung bleiben hinter den Erfordernissen für einen erfolgreichen Projektabschluss mit best practice Dokumentation zurück.

Traten unerwartete Schwierigkeiten auf? Wenn ja, welche?

Politische Reiseverhinderung 01-02/20 nach der gezielten Tötung eines iran. Generals durch die USA mit erwarteten Gegenreaktionen des Iran (u. a. versehentlicher Flugzeugabschuss im Januar in Teheran). Weltweiter Ausbruch der Covid-19 Pandemie mit Shutdown der beteiligten Partner-Hochschulen und durchgängiger Reiseverhinderung bis Projektende. Sehr starke, durchgängige Inanspruchnahme beider Partner (Safavi: eLearning Experte für alle iran. Hochschulen, Schoop: als eLearning Beauftragter der Fakultät Wirtschaftswissenschaften Mitwirkung im Planungsstab Lehrbetrieb und online Prüfungskoordination an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften) führte zu neuen Priorisierungen, welche die weitere Verfolgung des entwickelten Konzepts nicht mehr ermöglichte.

Was würden Sie aus Ihren Erfahrungen heraus für ähnlich angelegte Projekte empfehlen?

Um Risiken bei internationalen Projekten zu berücksichtigen, sollte bereits bei der Antragstellung über evtl. notwendig werdende Änderungen reflektiert und ein substitutives Programm skizziert und dem Fördermittelgeber zur Kenntnis gebracht werden (ohne damit die Erfolgsaussichten des Antragsvorhabens zu gefährden).

Weitere „Lessons-Learned“:

Internationale Vorhaben mit konkreten Projektergebnissen (Implementierung und Evaluation von didaktischen Bausteinen) sollten nur auf Basis längerfristiger Förderkorridore in Angriff genommen werden.

Nachnutzungsmöglichkeiten

Der angestrebte digitalisierte, transnationale Weiterbildungsstudiengang wurde substituiert durch folgende alternative Projektergebnisse mit Nachhaltigkeitswirkung (Verlinkung ist hier im Dokument leider nicht abbildbar:
(1) Publikation und Vortrag über das gemeinsame VCL-Lehrprojekt im Sommersemester 2019 auf der DAAD Konferenz 12/19 „Virtual Exchange – Borderless Mobility between the European Higher Education Area and Regions beyond”
(2) Inhaltliche Perspektive: Ausweitung des internationalen Lehrmoduls CVC Collaboration in the Virtual Classroom mit Shiraz U. im Sommersemester 2020 um Praxis-Experten aus dem iranischen Energiesektor (inhaltliche Annäherung an das konzipierte duale Konzept) und Beobachter aus einem 02/2020 angelaufenen Erasmus+ Projekt mit albanischen Partnerhochschulen
(3) Strukturelle Perspektive: Transfer der Projekterfahrungen aus der o.g. dualen Konzeption von DISTINKT und der daraus abgeleiteten Fallstudie auf eine VCL-Kooperation mit der HTW Dresden im WS 20/21 mit tieferen Praxisbezügen und ausgeprägter Flipped-Classroom-Architektur
(4) Erfolgreiche Beantragung des DAAD IVAC Projekts TUD-COIIIL für die TUD, welches im Sommersemester 2021 eine weiterentwickelte CVC-Fallstudie mit interdisziplinären und interkulturellen Aspekten zum Beobachtungs- und Evaluationsgegenstand hat
(5) Mitwirkung in der Antrags-Schreibgruppe für den aktuellen virTUos Förderantrag der TUD bei der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, Formulierung eines Teilprojekts zur Internationalisierung der Hochschullehre auf Basis der in DISTINKT gewonnenen Erfahrungen.

Weitere Informationen

Projektzeitraum: 01.09.2019 bis 31.07.2020

Generelles

Als Projektergebnis (Produkt) wurden Lessons-Learned Templates im Sinne von good practice Mustern für einen digitalisierten, transnationalen Weiterbildungsstudiengang avisiert. Dieses Ziel konnte aus nachfolgend erörterten Gründen nicht erreicht werden. Kompensatorische Projektergebnisse werden anschließend dargestellt.

Weiteres

Anregung für die formulargebundene Berichterstattung: Möglichkeit schaffen, Links zu externen Dokumenten einbinden zu können (z.B. online zugängliche Publikationen, Projektberichte, etc.)

Kontakt

Prof. Dr. rer. pol. habil. Eric Schoop

Technische Universität Dresden

eric.schoop@tu-dresden.de

0351/463 32845

https://wiim.de