„Sozialwissenschaftliche Methoden 2 go“ —Forschen(d) lernen mit dem Smartphone

„Sozialwissenschaftliche Methoden 2 go“ —Forschen(d) lernen mit dem Smartphone

Inhaltlich beschäftigt sich das Projekt mit der praxis- und lebensweltnahen Vermittlung sowie Anwendung von Inhalten aus der Ringvorlesung „Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung“. An mehreren Lernorten im Stadtraum Dresden finden die Nutzer*innen multimedial aufbereitete Lerninhalte in Form von Informationen und Aufgabenstellungen, die an einem bestimmten (Lern-)Ort gebündelt werden. Diese können via Smartphone aufgerufen und bearbeitet werden. Durch die Verknüpfung von Präsenzlehre und E- bzw. M-Learning, wird ein Praxis- und Lebensweltbezug hergestellt, der den Nutzer*innen den Einstieg in sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden erleichert. Die individualisierte und flexible Lerngestaltung fördert die intrinsische Lernmotivation der Nutzer*innen und ermöglicht einen Wissenstransfer zwischen Universität und Lebenswelt. Wichtige Schlüsselkompetenzen der digitalen Arbeitswelt werden im Umgang mit Learning sowie Content Management Systemen und mobilen Applikationen vermittelt, wovon die Nutzer*innen über die Methodenlehre hinaus profitieren.

Details

Projektträger

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK)

Lessons Learned

Was entwickelte sich positiv im Projektverlauf?

Positiv entwickelte sich während des Projektverlaufs die Partizipation der Studierenden im Kontext digitaler Lernumgebungen. Das Lehrveranstaltungskonzept, in dessen Rahmen Lernortkonzepte als Prüfungsleistung erstellt und von den Studierenden auf Wunsch auch selbstständig technisch umgesetzt werden konnten, erhielt sehr positive Resonanz von den beteiligten Studierenden. Die für die Lehrveranstaltung eingerichteten Kommunikationsstrukturen (zwei Learning Management Systeme (OPAL und ILIAS), thematisch gegliederte Foren, ein BLOG sowie ein WIKI) wurden sehr gut angenommen. Positiv entwickelte sich die Ausformulierung von didaktischen und technischen Anforderungen. Der Umgang mit den Systemen wurde von Seiten der Lernenden und Lehrenden schnell erlernt, sodass Skizzen und Konzepte der Lernorte in kurzer Zeit Gestalt annahmen.

Welche Herausforderungen ergaben sich bei der Projektdurchführung?

Herausfordernd gestaltete sich die technische Umsetzung der Lernortkonzepte. Die technischen Möglichkeiten der vorgesehenen App PEGASUS fielen weit hinter die Erwartungen und früheren Erfahrungen der Projektleiterin Greschke zurück. Sie waren im Zuge der Übertragung an die Studer + Raimann AG sehr stark eingeschränkt worden, sodass einige Ansätze überdacht und der Technik entsprechend angepasst werden musste. Die Kommunikation und Umsetzung der Anforderungen nahm dahingehend viel Zeit in Anspruch. Des Weiteren traten datenschutz- und vertragsrechtliche Herausforderungen auf, die jedoch zufriedenstellend gemeistert werden konnten.

Traten unerwartete Schwierigkeiten auf? Wenn ja, welche?

Die Inbetriebnahme von ILIAS PEGASUS verzögerte sich aufgrund von Kommunikationsproblemen mit der Studer + Raimann AG, sodass die Lernortkonzepte ohne reale Testmöglichkeit erstellt werden mussten. Nach Auslieferung der App stellte sich wie oben ausgeführt, heraus, dass der Funktionsumfang der App so stark eingeschränkt war, dass sie sich für das Projekt als untauglich erwies. Die Projektleitung entschied sich daraufhin für eine Vertragsauflösung und die Umsetzung der Lernortkonzepte mit OPAL, wobei auf das GPS-Element

Was würden Sie aus Ihren Erfahrungen heraus für ähnlich angelegte Projekte empfehlen?

Es ist sehr zu empfehlen eine ausgiebige Testphase der jeweiligen Systeme in der Planung des Projektverlaufs einzuplanen, um mögliche Unstimmigkeiten bzw. Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechende Lösungsansätze und/oder Workarounds zu erarbeiten. Die späteren Nutzer*innen sollten von Anfang an Zugang zu den Systemen bekommen, um sich mit diesen vertraut zu machen. Des Weiteren sollte viel Zeit für die Kommunikation zwischen der IT und den Lehrenden/Lernenden eingeplant sowie ein Höchstmaß an Transparenz gewährleistet werden, um Missverständnissen vorzubeugen.

Weitere „Lessons-Learned“:

Die Implementierung der Lernort-Konzepte in das OPAL-System dauert noch an. Die Lernorte können voraussichtlich im Wintersemester erstmals von der anvisierten Zielgruppe getestet werden. Deren Feedback soll im Rahmen der Tutorien und der Ringvorlesung "Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung" eingeholt und ausgewertet werden, um auf dieser Grundlage die Lernorte weiterzuentwickeln und ggf. Empfehlungen an die BPS für die technische Infrastruktur formulieren zu können.

Nachnutzungsmöglichkeiten

Die Lernorte wurden LMS-unabhängig gespeichert, sodass die Inhalte nun in OPAL implementiert und dauerhaft genutzt werden können. Leider ist es in OPAL nicht möglich, Inhalte auf Basis von GPS-Daten freizuschalten, so dass ein wesentliches Element der Lernorte-App fehlt. Eine Weiterentwicklung bzw. Ergänzung dieser Funktion in OPAL wäre u.E. wünschenswert, sofern die Didaktik der Lernorte grundsätzlich von den Studierenden angenommen und positiv bewertet wird.

Weitere Informationen

Projektzeitraum: 01.09.2019 bis 31.08.2020

Kontakt

Prof. Dr. Heike Greschke

Technische Universität Dresden

heike.greschke@tu-dresden.de

0351/46337370

https://tu-dresden.de/

Prof. Dr. Natalja Menold

Technische Universität Dresden

natalja.menold@tu-dresden.de

0351/46337377

https://tu-dresden.de/