Die im Herbst des vergangenen Jahres von Dr. Robert Neumann (TU Dresden | CODIP) durchgeführte „Vorlaufstudie zur Unterstützung der weiteren Strategieentwicklung“ widmete sich der systematischen Erhebung des Bedarfs an zentralen E-Learning-Infrastrukturen im sächsischen Hochschulraum. Befragt wurden Lehrende, die aktiv Lehrveranstaltungen an sächsischen Hochschulen durchführen.
Die Studie liefert folgende zentrale Erkenntnisse:
- Die Lehrenden sprechen sich ausdrücklich für den Aufbau und die Weiterentwicklung landesweiter E-Learning-Infrastrukturen aus. Besonders hoher Bedarf wird bei KI-Volllizenzen sowie bei einem landesweiten Cloudspeicherdienst für Lehrende und Studierende gesehen. Darüber hinaus äußert ein Großteil der Befragten den Wunsch nach einem zentralen Tool-Store, der Zugänge und Informationsmaterialien zu digitalen Kernanwendungen gebündelt bereitstellt.
- Sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ betrachtet wird die Bereitstellung von Volllizenzen für KI-Dienste als dringendster Bedarf identifiziert. Konkret fordern die meisten Befragten den Zugang zu Volllizenzen für Dienste wie ChatGPT (OpenAI) und perplexity.ai. Ebenso werden die Nutzung und der Ausbau der Ressourcen für das Hosting des KI-Dienstes academiccloud.de befürwortet, dessen Angebote im Vergleich strengere Datenschutzvorgaben erfüllen und in Deutschland gehostet werden.
- Im Bereich digitaler Lehrmethoden wird insbesondere ein Bedarf an Volllizenzen für Audience-Response-Systeme (ARS) deutlich. Hervorgehoben wird dabei der Wunsch nach einer landesweiten Lizenz für Mentimeter. Ebenso häufig wird die Integration eines ARS-Tools in bestehende Lernmanagementsysteme wie OPAL und Moodle gefordert.
- Für den Themenbereich „Prüfen und Bewerten“ sehen die Lehrenden die Priorität in der Anschaffung von Landeslizenzen für KI-gestützte Prüfungs- und Plagiatserkennungstools. Der Bedarf an Alternativen zu bestehenden E-Assessment-Diensten (z.B. ONYX) wird hingegen nicht formuliert.
- Im Bereich der Weiterbildung wird insbesondere ein Bedarf an Beratungsangeboten zu rechtlichen Fragestellungen beim Einsatz von KI-Diensten in der Lehre deutlich. Ergänzend dazu werden Angebote gewünscht, die die rechtlichen Rahmenbedingungen digitaler Prüfungen adressieren.
- In den offenen Kommentaren wird zudem die Bedeutung von Open-Source-Lösungen hervorgehoben, um Abhängigkeiten von kommerziellen Anbietern zu reduzieren. Darüber hinaus werden differenzierte Anforderungen an Schnittstellen zwischen KI-Diensten, Lernumgebungen und fachspezifischer Software formuliert.
Der Abschlussbericht zur „Vorlaufstudie zur Unterstützung der weiteren Strategieentwicklung“ steht als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.
Die Durchführung der Vorlaufstudie wurde im Rahmen der E-Learning-Hochschulvorhaben 2024/25 vom SMWK finanziell unterstützt.
