Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Kontext der Open Education an Hochschulen im deutschsprachigen Raum untersucht eine aktuelle multiperspektivische Erhebung des HIS-Instituts für Hochschulentwicklung e.V. (HIS-HE). Veröffentlicht wurden die Studienergebnisse Ende Mai 2026.
Mittels qualitativer Erhebungen wurden unterschiedliche Akteursgruppen befragt, darunter Hochschulleitungen, Studiendekan:innen und OER-Expert:innen an niedersächsischen Hochschulen sowie Nutzer:innen des OER-Verbundes twillo. Die Ergebnisse verweisen auf ein erhebliches Potenzial von KI, insbesondere hinsichtlich der Erstellung, Anpassung und Aktualisierung von OER. Darüber hinaus werden Übersetzungsleistungen, der Abbau sprachlicher Barrieren, die visuelle Aufbereitung komplexer Inhalte sowie die Unterstützung kollaborativer Lernprozesse als zentrale Mehrwerte hervorgehoben. In der Hochschulpraxis dominieren vor allem niedrigschwellige Anwendungen, etwa zur Textkorrektur, Übersetzung oder Bildgenerierung. Weiterführende Einsatzszenarien, wie die Entwicklung personalisierter Lernmaterialien, adaptiver Lernpfade oder automatisierter Bewertungssysteme, sind hingegen bislang kaum etabliert. Zudem ist der Einsatz von KI im OER-Kontext nur selten explizit in strategischen Hochschulrichtlinien verankert und wird institutionell zumeist lediglich indirekt berücksichtigt.
Die Studie liefert folgende Hauptbefunde:
- Potenziale werden erkannt, aber noch nicht ausgeschöpft
- Strategische und strukturelle Lücken bestehen
- Kompetenzdefizite und Unsicherheiten hemmen die Nutzung
- Divergenz zwischen internationalen Visionen und lokaler Praxis
Auf Grundlage dieser Befunde formulieren Klaus Wannemacher et al. konkrete Empfehlungen für die Hochschulpraxis und -entwicklung.
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Studie „Perspektiven einer KI-unterstützten offenen Bildungspraxis“
