An der Universität Leipzig fand Anfang März die jährliche Tagung der Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) statt. Auch das Team des eCampus der HTW Dresden war vor Ort und hat sich für die tägliche Arbeit inspirieren lassen, diese auch kritisch reflektiert und war dabei vor allem von der Forschungsperspektive der Tagung begeistert.

Eine wichtige Veranstaltung nicht nur aus Sicht des „E-Learning“, da sich mit fortschreitender Digitalisierung auch das Berufsbild der Hochschuldidaktik verändert. Neuere didaktische Konzepte wie Blended-Learning, Inverted Classroom oder MOOCs basieren alle darauf, dass traditionelle Lehre mit digitalen Mitteln angereichert wird. Die dghd zeigte dabei deutlich, dass Hochschuldidaktiker auch über grundlegende Medienkompetenz und Kenntnisse im Bereich Mediendidaktik und -produktion verfügen müssen, um auf aktuellem Stand auch zu diesen Konzepten beraten zu können.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Frau Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange die Bedeutung der hochschuldidaktischen Ausbildung für Lehrende in Sachsen. Im nächsten Hochschulgesetz wird nach ihren Aussagen hochschuldidaktische Qualifikation als Berufungsvoraussetzung aufgenommen. Ein Großteil der auf der Tagung anwesenden Mitarbeiter/innen von hochschuldidaktischen Servicezentren wird bis Ende 2020 über den Qualitätspakt Lehre gefördert. Unter den Teilnehmenden herrschte weitgehend Konsens, dass hochschuldidaktische Services, Hochschulentwicklung sowie hochschuldidaktische Forschung Hand in Hand gehen müssen und an den Hochschulen, vor allem unter dem Blickwinkel der Qualität der Lehre und der Bolognareform, verstetigt werden sollten. Insofern geht die Aussage der Frau Staatsministerin mit den Meinungen der Experten konform.

Der Bereich des „Third Space“, in dem sich überfachliche Akteure wie die Hochschuldidaktik (HD) oder das Qualitätsmanagement (QM) bewegen, wächst zunehmend an und differenziert sich immer weiter aus. Dabei hat laut dghd vor allem das Zusammenspiel von HD und QM in den letzten Jahren an Aktualität gewonnen. HD setzt den Fokus auf den konzeptionellen Bereich (die individuelle Lehrpraxis und engen Kontakt mit den Lehrenden -> Entwicklungsperspektive), während QM eher auf struktureller Ebene agiert (mit Fokus auf rechtliche und hochschulinterne Rahmenbedingungen -> Steuerungsperspektive). Aus Sicht der dhgd besteht eine der zentralen Funktionen der Hochschuldidaktik aber auch in der Verknüpfung der strukturellen Ebene mit der Praxis der Lehrenden. Somit ist ein Zusammenspiel zwischen HD und QM essentiell.

Hochschuldidaktik bietet nicht nur auf der Mikroebene der Hochschule (Lehraktivitäten der Lehrenden in Lehrveranstaltungen sowie die Lernaktivitäten der Studierenden) Konzepte die zur Qualitätsentwicklung beitragen können, sondern auch auf Meso-Ebene (Studiengangs- und Modulgestaltung) und Makroebene (strategische Ausrichtung der Hochschule, institutionelle Kooperationen mit anderen Organisationen). Aktuell wird an den Hochschulen daher auch vermehrt die Hochschuldidaktik mit in Prozesse einbezogen, die höhere Ebenen jenseits der Mikro-Ebene betreffen, wenn z. B. Studiengänge entwickelt oder Leitbilder für Lehre formuliert werden.

Insgesamt bot die dghd in diesem Jahr wieder einen spannenden und interessanten Mix aus Vorträgen, Workshops und Diskurswerkstätten mit Schwerpunkt auf den drei Themenfeldern „Bildung als Auftrag von Hochschule und Hochschuldidaktik“, „Hochschuldidaktik in der Qualitätsentwicklung für Studium und Lehre“ und „Hochschuldidaktik als Profession – Organisation der Hochschuldidaktik“.